Aquakulturen haben ein Imageproblem
Das ein Großteil der beliebten Fischbestände in den Meeren überfischt ist sollte mittlerweile auch der Letzte bemerkt haben. Da der Markt aber stetig wächst und nach mehr Ware, also mehr Fisch, verlangt ist eine Erholung der Bestände nicht zu erwarten. Auch wenn die Fangquoten immer wieder gesenkt werden erholt sich die Natur nicht, zumindest nicht schnell genug. Was kann man also gegen den Schwund der Fische aus den Meeren tun und gleichzeitig trotzdem den nach Fisch verlangenden Markt bedienen?
Die Antwort lautet Aquakulturen.
Aquakulturen gibt es schon sehr lange, geht man nach der Definition aus Wikipedia:
Aquakultur befasst sich mit der kontrollierten Aufzucht von aquatischen, also im Wasser lebenden Organismen, insbesondere Fischen, Muscheln, Krebsen und Algen. Allen in Aquakultur produzierten Organismen gemein ist die Zuordnung zu einem Besitzer, der den Bestand hegt und pflegt. So unterscheidet sich die Aquakultur vom klassischen Fischfang in öffentlichen Gewässern. Die Aquakultur gewinnt besonders wegen der Überfischung zunehmend an Bedeutung.
Um die notwendigen Mengen an Fisch zu produzieren war es jedoch notwendig vom mittelalterlichen Fischteich weg zu gehen und moderne Aufzuchtanlagen zu entwickeln.
Findige Geschäftsleute haben diese Idee natürlich mit enormen Renditegedanken verfolgt und Anlagen gebaut die weder gut für die Fische noch gut für den Verbraucher waren. Zu viele Fische teilten sich dort zu wenig Platz, Krankheiten und gestresste Fische waren das Resultat. Doch der deutsche Verbraucher hatte offensichtlich kein Problem mit dem billigen, aber qualitativ minderwertigen Fisch.
Durch die Einführung verschiedener Gütesiegel und staatlicher Reglementierungen hat sich die Qualität deutlich verbessert. Zumindest in den Betrieben die das Siegel “Ökologisch” tragen wollen. Hier wird mit speziellen Futter gearbeitet, die Fische haben viel Platz und sogar die Netze die das Gehege einzäumen dürfen nicht mit Chemie gegen Algenbewuchs geschützt werden.
Diese ökologischen “Aquafarmer” machen also einen richtig guten Job und arbeiten nach Bestem Wissen und Gewissen um einen wirklich guten Fisch zu produzieren. Doch das weiß kaum einer! Klar, man hat beim Einkauf die Wahl zwischen dem normalen Fisch und dem Bio-Fisch der meist das 3-fache kostet, also warum so viel Geld ausgeben? Richtig, es fehlt eine deutliche Aufklärung des Verbrauchers. Warum gibt es keine Marketingmaßnahmen um die potenziellen Kunden über die Arbeit zu informieren?
Warum gibt es keine Website die von einem oder mehreren Betreibern betrieben wird und über Methoden, Ziele und Qualität aufklärt? Bauern machen es doch vor, ein Zusammenschluß kann kostengünstig für den einzelnen gute Kampagnen fahren und den Verbraucher aufklären.
Tweet






