Autoindustrie mit schlechtem Krisenmanagement

Die Automobilbranche ist wohl eines der größten Opfer der noch andauernden Finanzkrise. Entsprechend laut wurde aus diesem Lager nach staatlichen Subventionen in ähnlichen Dimensionen des Bankenrettungspakets gerufen. Aber offensichtlich nicht daran geglaubt. Berichtete das Fernsehen Ende letzten Jahres doch von tausenden überflüssigen Autos. Man klagte über die Kaufzurückhaltung, drohte Massenentlassungen an und schickte viele Arbeiter vorrübergehend nach Hause. Die Bundesregierung beschloss nach langem hin und her und gegen viele Widersacher der kränkelnden Automobilindustrie mit Hilfe einer Umweltprämie unter die Arme zu greifen. Das ging letztlich so schnell das selbst der Staat nicht genau wußte wer denn für die Annahme des Antrags zur Umweltprämie zuständig ist.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten startete also die Umweltprämie, oder auch Abwrackprämie genannt, mit überraschenden Erfolg. Wer derzeit ein Auto kaufen möchte hat es wirklich nicht leicht. Der Hof des Autohauses ist meist leer oder mit hochpreisigen Modellen bestückt. Entdeckt der geneigte Sparer doch noch einen Kleinwagen so ist dieser im Regelfall schon verkauft. Also auf zum nächsten Autohaus, in Zeiten wie diesen kommt es auf Markentreue nicht so an. Doch auch hier das gleiche Bild, leerer Hof, leerer Showroom und ein Autoverkäufer der nicht mehr weiß wo ihm der Kopf steht.

Ist doch Prima, oder? Scheinbar hat das Eingreifen der Bundesregierung volle Wirkung gezeigt und die Probleme der Wirtschaftskrise, zumindest in der Automobilbranche, gelöst. Nun, das könnte man wirklich denken – dem Eindruck nach müssen in den letzten Wochen hunderttausende Autos verkauft worden sein, standen ja noch genug rum. Doch weit gefehlt! Aktuell sind weniger als 50.000 Anträge zur Umweltprämie eingegangen. Das ist zwar eine beachtliche Zahl, doch wenn man bedenkt das viele Autos derzeit Lieferzeiten zwischen 3 und 6 Monaten (einige noch länger) haben fragt man sich ob das Management in der Automobilindustrie die Entwicklungen in der Politik verschlafen hat. Wenn Ende letzten Jahres noch so viele Autos “übrig” waren und ein Ansturm auf die Autohäuser absehbar war – warum hat man die Kapazitäten zurückgefahren? Um die Preise hoch zu halten? Um das ganze Jahr über Autos zu verkaufen? Oder weil man es verschlafen hat? Ich kann mir auf jeden Fall die verständnislosen Familienväter gut vorstellen die jetzt beurlaubt sind und vom Nachbarn hören wie schwer es ist ein neues Auto zu kaufen.

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