Social Media Monitoring – was?
Schon oft habe ich hier über die tollen Möglichkeiten von Web 2.0 mit all seinen User Generated Content und viralen Verbreitungsmöglichkeiten und direkter Zielgruppenansprache und Community Building und und und berichtet. Das sind auch alles ganz tolle Sachen, schließlich ist es im Internet mit sehr wenig Budget möglich über die verschiedensten Plattformen seine Zielgruppe direkt zu erreichen, verglichen mit Print oder TV also eine sehr günstige Alternative, sofern denn die eigene Zielgruppe soweit ist.
Heute geht es mir aber um die Kehrseite der Medaile: Besonders den User Generated Content. Wer sich auf die ganzen Plattformen einlässt, oder auch nur einen Blog betreibt, läuft Gefahr in einen negativen Strudel zu gelangen – ohne es zu bemerken! Dazu eine kurze Geschichte aus dem deutschen Unternehmensalltag:
Firma Meyerhuber AG hat jüngst den Mann der Tochter eines Vorstandsmitglieds in die Marketingabteilung berufen. Dieser Herr Müller, mit 29 Jahren ein junger Mensch, will das traditionsreiche Unternehmen in die Internetgestützte Marketingwelt führen und plant zunächst den Relaunch des 10 Jahre alten Internetauftritts auszuschreiben. Bisher wurde das immer inHouse gelöst, aber damit soll jetzt Schluß sein. So weit so gut, er überlegt sich also einen Anforderungskatalog den die neue Agentur gefälligst zu erfüllen hat. Ein CMS soll es sein, am Besten Typo3. Dazu einen Coporate Blog, aber von der Agentur gepflegt – man hat ja keine Zeit. Der Blog muss natürlich mit Twitter verknüpft sein und auf Facebook soll auch auf das Unternehmen aufmerksam gemacht werden. Unter den relevanten Suchbegriffen wird man sich nicht mit Platz 3 zufrieden geben und alles andere soll mit Adwords geregelt werden. Soweit so gut, ist ja alles dabei – das muss ja was werden. Noch bevor er seine Gedanken endgültig zu Papier bzw in ein Worddokument gebracht hat bekommt er im montäglichen Meeting gehörig Ärger, die Absatzzahlen sinken seit 2 Jahren kontinuierlich und daran ist die Marketingabteilung schuld.
Herr Müller gibt zu bedenken das bisher das Internet nicht als Vertriebskanal genutzt wurde und die Konkurrenz ja um Jahre voraus wäre, auch die traditionellen Medien wurden etwas vernachlässigt. Daher sei ein Verlust gewisser Marktanteile nur logisch, man müsse eben jetzt nachholen.
Voller Elan begibt er sich also auf die Suche nach einer möglichst großen und damit guten Agentur. Kann ja nicht so schwer sein schnell mal einen umfassenden Internetauftritt, der einen Großteil der Plattformen abdeckt, zu realisieren. Geld ist jedenfalls genug da.
Nach einigen Wochen hat er sich auf 2 Agenturen fest gelegt, eine von beiden wird es werden. Beim ersten Meeting mit seinem eigentlichen Favoriten wird Herrn Müller aber fast schlecht. Die Jungs dort haben sich richtig erkundigt und bereits Nachforschungen über die Onlinereputation des Unternehmens angestellt. Diese ergeben ein schreckliches Bild, schon seit über einem Jahr beschweren sich die Kunden über den miesen Service und die nachlassende Qualität. Über 50 Blogs, davon einige sehr bekannte, haben negativ über das Unternehmen berichtet und bei Twitter gibt es schon running Gags über die miese Qualität der Produkte. Auch die Unternehmenswebsite hat schon einige Preise gewonnen, beim Award für die schlechteste Website in Deutschland landete man letztes Jahr auf Platz 3.
Keiner hats gewußt. Am folgenden Montag berichtet Müller von der schockierenden Präsentation und fragt die Abteilungsleiter und Vorstände wie es zu einer solchen Ignoranz des Internets kommen konnte. Warum man nicht darauf reagiert habe. Alle schweigen, bis auf einen. Der sagt man kenne diese Plattformen garnicht und habe sich nie mit dem Internet beschäftigt, sei doch alles nur Spielkram ohne wirklichen Hintergrund. Daher hatte sich auch nur der Praktikant vor einigen Jahren mal um die Website gekümmert. Müller wird sauer, wie soll er diesen Karren wieder aus dem Dreck ziehen? Da hätte man viel früher reagieren müssen!
Sie werden jetzt sicher schmunzeln, oder sich Fragen was ich mit einer solchen, absurden Geschichte sagen will. Aber wie sieht es denn in den meisten Unternehmen aus? Klar wird sich nicht ganz so stiefmütterlich um die Website gekümmert, vielleicht wird diese sogar ab und zu aktualisiert. Aber wie viele Unternehmen betreiben ein Social Media Monitoring? Richtig, die Wenigsten! Und das kann ganz schnell nach hinten losgehen. Das Feedback im Internet ist das Beste was Sie als Unternehmen bekommen können, denn dank der Anonymität im Web nehmen viele Kunden kein Blatt vor den Mund und äußern sich absolut und oft auch kritisch. Dort können Sie sehr schnell sehen in welche Richtung der Trend geht und was Sie dafür bzw dagegen tun können.
Mittlerweile gibt es auch die ersten Dienstleister dafür in Deutschland, in den USA ist man da (wie so oft) schon deutlich weiter.
Überprüfen Sie also nicht nur den direkten Erfolg Ihrer Aktivitäten im Internet (also die Menge der Anfragen, Anzahl verkaufter Artikel) sondern auch die “Wellen” die Sie, Ihr Unternehmen, Ihre Mitarbeiter und Ihre Aktionen im Web schlagen!




Ob man das einfach so lösen kann ist die Frage. Viele Unternehmen haben Angst beim Umgang mit User Genarated Content. Aber nicht immer sind ja die Nutzer die bösen. Meistens stimmt es ja, wenn Nutzer schlecht über den Service schreiben. Bei http://www.social-media-monitoring.org sind einige Ansätze, wobei die noch sehr allgemein gehalten sind. Was kann man noch tun?
Dazu gibt’s von Google coole Tools: Alerts, Inights, etc…