Im Socialweb die Finger verbrannt
Xing ist die Business Antwort auf Netzwerke wie StudiVz oder Facebook. Hier trifft man im deutschen Internet von vielen Firmen relevante Kontaktpersonen, tauscht sich über wichtige (und unwichtige) Dinge aus und kann in den diversen Fachforen eine Menge kostenloser Unterstützung von vielen Profis bekommen.
Selbstverständlich ist Xing auch gut für eigene Werbung geeignet.
Doch nicht in der gewohnten Art und Weise wie man es eventuell aus Fernsehspots oder Radiosendungen kennt. Nein, im SocialWeb funktioniert Werbung bzw Marketing anders. Hier gilt der Grundsatz erst geben dann nehmen, auf Xing reflektiert bedeutet das in den Foren die das eigene Fachgebiet betreffen zu schreiben. Und zwar qualitativ hochwertige Antworten auf die häufig von Laien gestellten Fragen. Mit der Zeit erarbeitet man sich damit einen entsprechenden Rur, wird von anderen Mitgliedern empfohlen und geachtet. Noch viel wichtiger sind aber die unzähligen stillen Mitleser, diese beobachten Gruppen oft sehr genau und kontaktieren dann die betreffenden Personen direkt, ohne das es der Rest der Xing welt bemerkt.
Die Businessplattform ist also durchaus ein guter Treffpunkt um ins Geschäft zu kommen, wenn man es denn richtig anstellt. Leider beachten das einige Mitglieder selten bis nie, da wird unverhohlen Werbung bis zum erbrechen gepostet. Im Besten Fall wird ein solcher Thread dann einfach ignoriert und man erleidet einen vergleichsweise geringen Schaden. Aber in besonders hart umkämpften Branchen, wie Beispielsweise dem Webdesign, kommt ein solch plumper Versuch der Konkurrenz meist gerade Recht. Dann findet man die Moralapostel Seitenweise wieder, stets darum bemüht in ihrer Kritik eigene Werbung unterzubringen. Auch dies ist für erfolgreiches Xingen kontraproduktiv – denken Sie immer an die stillen Leser!
Den Gau erleiden hin und wieder blutjunge Xingler die noch immer der Idee nachgehen im Internet ohne Arbeit reich werden zu können. Da werden haarsträubende Projekte vorgestellt oder es wird enorm auf Dummenfang gegangen. Das sich in Xing aber vermehrt durchaus Internetaffine Menschen rumtreiben, irgendwie logisch auf einem Businessportal IM Internet, wird da einfach ausgeblendet. Solche Threads entwicklen sich dann meist recht amüsant, solange man nicht der Threaderöffner ist, und ziehen die Massen an. Ergebnis einer solchen Aktion ist natürlich verbrannte Erde, da Xing auch sehr gut in Google rankt hat man im allgemeinen noch sehr lange etwas von diesem Fehltritt.
Getoppt wird der nichtsteigerbare Gau nur noch von Menschen die sich gerade in die Selbstständigkeit getraut haben, aber nicht wirklich gut in Ihrer Sache sind. Auch hier möchte ich wieder die Webdesignbranche als Beispiel anführen, zum Einen weil ich selbst in dieser Branche arbeite und zum Anderen weil mittlerweile Jeder der einen PC einigermaßen bedienen kann auch Webdesign anbietet. Auf Xing gibt es eine Gruppe für Existenzgründer, dort suchen eben solche oft nach Hilfestellungen oder auch nach Anbietern für bestimmte Dinge. Offensichtlich werden Existenzgründer grundsätzlich als besonders naiv angesehen und so kommt es das viele dort Ihre Angebote abladen, kurz ein Schild dran: Spezialangebot für Gründer und ab damit – wird sich schon verkaufen. Wenn man sich dann die angebotenen Dinge ansieht wird schnell klar: Auch wenns nur 400,- € kostet ist es verschwendetes Geld. Da auch hier die Konkurrenz nicht schläft und einige professionelle Anbieter dort offenbar ihre Zielgruppe vermuten kommt es wie es kommen muss: Der Thread wird mindestens 50 Seiten lang und das Angebot des Threaderöffners steht danach meist sehr bescheiden da. An dieser Stelle kann man davon ausgehen das mindestens 500 Menschen mitgelesen haben und schonmal nicht Kunde werden. Auch in den Suchergebnissen wir die eigene Firmenseite nicht weit über dem Xing-Beitrag ranken, weiteres Kundenpotenzial verbrannt, ganz zu schweigen von der Mund-zu-Mund-Propaganda üder die schlechten Leistungen der Firma XY.
Es ist also enorm wichtig sich VORHER genaue Gedanken über seinen Thread zu machen und auch mal zu schauen was so in der jeweiligen Gruppe abgeht. Am Besten man beteiligt sich zunächst einige Wochen aktiv am Gruppengeschehen und etabliert sich so als Profi bevor man mit der Werbekeule um die Ecke kommt.
Linktipp: Wie man Xing richtig nutzt.




