© 2016
A MarketPress Theme

Wie verhalte ich mich richtig bei negativen Berichten auf Blogs?

Da die PR-Flops deutscher Unternehmen im Umgang mit Bloggern bzw dem Social Web allgemein nicht aufhören wollen möchte ich im Folgenden ein paar Anregungen geben wie man es denn besser machen könnte. Nachdem die „Gemeinschaft“ der Blogger wieder eindrucksvoll bewiesen hat dass das Social Web nicht nur dem Namen nach Sozial ist sollte nun aber auch versucht werden solche Dinge in Zukunft einfach besser zu lösen.

Dabei gilt es zunächst zwischen berechtigten und eben zumindest vermeidbaren oder gar unberechtigten Abmahnungen zu differenzieren.

Wer Unwahrheiten oder Beleidigungen auf seinem Blog/seiner Website/seinem Twitteraccount/… veröffentlicht sollte natürlich mit entsprechenden Konsequenzen zur Berichtigung bewegt werden. Das Web ist kein rechtsfreier Raum und zumindest die Blogger wollen das im allgemeinen auch nicht. Dieser Punkt ist recht klar und Bedarf wohl auch keiner großen Story, wer (bewußt) böswillig gegen geltendes Recht verstößt gehört dafür bestraft.

Wer diesen Tatbestand allerdings nicht erfüllt und lediglich seine (begründete) Meinung veröffentlicht sollte jedoch mit entsprechendem Respekt behandelt werden. Kein Unternehmen erhält eine Rechnung wenn aufgrund einer guten Aktion in verschienden Blogs darüber positiv berichtet wird, die Wirkung ist meist trotzdem enorm. Die Reichweite steigt ebenso wie die Reputation. Insgesamt ein wertvoller Zugewinn für das jeweilige Unternehmen. Mir ist auch kein Fall bekannt in dem ein Unternehmen anwaltlich gegen so ewtas vorgegangen ist (wäre ja auch recht albern).

fragezeichen1 Wie verhalte ich mich richtig bei negativen Berichten auf Blogs?Wenn die Berichterstattung bzw Meinungsäußerung nun eher negative Kritik enthält reagieren viele Unternehmen merkwürdiger Weise mit einer deutlich geringeren Wertschätzung über das Feedback. Dabei handelt es sich zumeist aber um eben etwas enorm wertvolles: Kritik, Feedback, Kundenmeinung. Wenn man die Kosten für eine Marktforschungsagentur betrachtet sollte schnell klar werden wie wertvoll freiwillige Kritiken sind. Doch scheinbar wird ein negativer Artikel sofort als Anfeindung betrachtet.

Dank der Akzeptanz vieler Blogs und der Kommentarfunktion wird auch schnell deutlich was weitere Menschen zu dem betreffenden Thema denken, nicht selten entbrennt dabei eine Diskussion mit interessanten Ansätzen. Alles kostenlos für das betreffende Unternehmen.

Wie man sieht handelt es sich meist also um wertvollen Input und nicht um grundlose Anfeindungen. Wer richtig mit solcher Kritik umgeht wird zum Einen sein Image erheblich verbessern und kann zum Anderen im direkten Dialog mit (potenziellen) Kunden an der Verbesserung des Marketing/der Produkte/ des Service etc arbeiten, eigentlich eine gute Sache, oder?

Wie sollte ein Unternehmen mit kritischen Blogbeiträgen umgehen?

Zunächst einmal Ruhe bewahren! Es gibt keinen Grund überschnell zu reagieren, das Internet ist zwar ein sehr schnelles Medium aber solange keine geheimen Daten oder Unterlagen veröffentlicht worden hat man genügend Zeit über das eigene Vorgehen nachzudenken.

Der Weg zum Anwalt sollte zunächst nicht auf der Tagesordnung stehen, konsultieren Sie lieber einen Kommunikationsexperten der sich im Social Web auskennt. Beoabachten Sie dann die Entwicklung des Beitrages, also Kommentare, weitere Beiträge auf anderen Blogs und auf Twitter.

Prüfen Sie die Kritik auf Wahrheitsgehalt. Bestehen die angeprangerten Mängel wirklich? Wenn nein: Wie kam der Verfasser zu diesen Behauptungen. Nehmen Sie Kontakt zu dem Blogger auf, erfahren Sie warum er diesen Beitrag veröffentlicht hat. Erfragen Sie auch wie man das Problem lösen könnte. Wer nun einen Corporate-Blog besitzt kann sich glücklich schätzen, denn hier ist jetzt der Platz die friedliche Auseinandersetzung zu kommunizieren. Zeigen Sie Größe und stehen Sie auf einer Stufe mit dem Blogger (Kundennähe). Sollten Sie es schaffen gemeinsam alle Missverständnisse die zu dem Beitrag geführt haben und auf dem Blog erscheint ein Artikel der genau das beschreibt stehen Sie auf der Siegerstraße. Eine bessere Marketingaktion im Web 2.0 lässt sich nur schwer inszenieren.

Wenn die Mängel tatsächlich bestehen sind Sie in der Pflicht. Nun gilt es in die Offensive zu gehen und die Mängel zu beheben und auch ganz klar zu kommunizieren das Fehler gemacht wurden. Das rückt das Unternehmen in ein menschliches Licht und zeigt Kritikfähigkeit. Erklären Sie auch dem betreffenden Blogger (in einem offenen Brief) das Sie für das aufdecken des Fehlers dankbar sind und dieser nun behoben wurde. Dieser Prozess sollte auch auf einer Firmeneigenen Website oder einem Blog dokumentiert werden, dies zeigt das Sie sich ernsthaft damit auseinandersetzen.

Das klingt jetzt natürlich sehr einfach – ist es aber nicht simple smile Wie verhalte ich mich richtig bei negativen Berichten auf Blogs? Natürlich sind die Abläufe in großen Unternehmen recht komplex und kein Angestellter will seine Stelle wegen eines Blogbeitrags riskieren. Also wird lieber versucht das Problem auf dem vermeintlich einfachen, juristischen Weg zu lösen. Doch mit etwas Mut (und der gehört im Internet dazu) lässt sich aus einem Ärgernis schnell ein positiver PR-Schub machen – allein das sollte doch Verlockung genug sein es zumindest zu probieren! Die Anwaltskanzlei kann auch noch Tage nach erscheinen des Artikels tätig werden (für den Fall das man ohne nicht weiter kommt).

Kommentare geschlossen.

8 Kommentare

  1. Das ist echt eine gute Freage udn ich denke man sollte da auch etwa Vorsicht walten lassen

  2. Super Artikel, jetzt muss ich nur noch jemanden finden der Ahnung davon hat und mir das ganze nochmal im Detail erklären kann.

  3. Ich merke gerade das ich diesen Blog deutlich öfter lesen sollte- da kommt man echt auf Ideen.

  4. An sich ne gute Sache, ich frag mich nur, ob das auch dauerhaft brauchbar bleibt.

  5. hat man ja bei vodafone gesehen.

  6. thank you, and i will try do keep them coming

2 Pingbacks

  1. Konzerne im Web 2.0 - es kann auch gut gehen! | Werbeideen auf Marketing Guide
  2. Wie verhalte ich mich richtig bei negativen Berichten auf Blogs? « Anne Schueller