Wie mündig sind Deutsche Unternehmer?
In letzter Zeit häufen sich auf der Businessplattform XING aber auch in einigen Blogs Diskussionen über betrügerische Gebaren verschiedenster Unternehmen. Oft wird dabei über unseriöse Anbieter geklagt die mit unlauteren Mitteln Verträge abschließen und damit Existenzen bedrohen.
In den ersten Minuten bedauert man die “Opfer” solcher Maschen und befindet das Geschäftsgebaren solcher Anbieter als sehr schlecht. Doch nicht zuletzt durch eine angeregte Diskussion via Twitter habe ich mir einige Gedanken darüber gemacht, denn normalerweise sollte man davon ausgehen das man in Deutschland eingermaßen “Sicher” ist, besteht doch für nahezu jeden Geschäftsfall ein Gesetz oder wenigstens eine Verordnung. Da in den beschriebenen Fällen meist rechtsgültige Verträge zu Grunde liegen muss die Ursache also an anderer Stelle liegen.
Berufsbedingt fallen mir solche Dinge besonders im Bereich Webdesign und Onlinemarketing auf. Auf XING stellt ein Anbieter sein Angebot in einem Forum vor und schon geht es los. Da es sich meist um besonders billige niedrigpreisige Angebote handelt fühlen sich die Agenturvertreter stets berufen vor dem Angebot zu warnen. Oft sogar zu Recht, zumindest wenn man sich die Qualität der Referenzen des betreffenden Anbieters anschaut. Durch die rege Diskussion wird mehr oder minder sachlich dargestellt warum eine Website für 30,- € (kein Tippfehler) für ein Unternehmen ungeeignet ist. Wer also einen solchen Thread verfolgt sollte sich zumindets im klaren sein was er für sein Geld erwarten kann. Doch offensichtlich weit gefehlt.
Falsche Erwartungen
Aus mangelnder Kenntnis (oder zu geringem Interesse) setzen zu viele Unternehmer falsche Erwartungen an ein vermeintlich günstiges Angebot im Bereich Webdesign. Auch wenn in Zeiten des Open Source und der Photoshop Tutourials viele Mesnchen denken Webdesign wäre nur Klickibunti hat es einen Grund warum erfolgreiche Websites kaum für ein paar hundert Euro realisierbar sind. Um das einschätzen zu können wäre es jedoch notwendig sich mit der Materie zu beschäftigen, womit wir bei der Kernproblematik wären: Der Wille und die Bereitschaft sich zu informieren.
Wer ein Auto kauft fährt dieses zunächst Probe, liest Testberichte und vergleicht Angebote. Wer in eine Zeitung inseriert schaut sich zunächst die Reichweite und Zielgruppenrelevnz an. Wer sich einen neuen Kopierer kauft schaut auf die Verbrauchswerte und Wartungsintervalle. Aber wer beschließt im Bereich Webdesign oder Onlinemarketing zu investieren schaut nur auf den Preis (und selbst da nicht immer genau hin). Dieser sollte möglichst gering sein und dann wird erwartet das die neue Website Kunden en mas liefert.
Funktioniert das dann eben nicht sind erstmal alle anderen schuld, schlechte Beratung, schlechte Leistung oder einfach schlechtes Internet. Dabei ist es doch (zumindest theoretisch) so einfach schon vorher zu wissen ob Aussicht auf Erfolg besteht. Nehmen Sie Ihren eigenen Stundenlohn und setzen Sie mindestens 30 Arbeitsstunden für Beratung, Konzeption, Gestaltung, Umsetzung und Optimierung einer kleinen(!) Website an. Aus dem Produkt dieser beiden Zahlen erhalten Sie einen Richtwert (wenn es wirklich nur eine kleine Website werden soll) für die Erstellung Ihrer Website. Hinzu kommen noch Kosten für Fotos und Texte, denn auch die sollten passen. Nun hätte man (wahrscheinlich) eine recht vernünftige Website zu einem fairen Preis. Fehlt noch das Marketing, denn ohne die richtigen Besucher werden Sie auch keine neuen Kunden dank der Website erhalten. Hier empfiehlt sich für kleine Unternehmen meist Google Adwords, eine überschaubare Investition mit direkter Erfolgskontrolle.
So schwer ist es also nicht schon allein am Preis zu entscheiden ob überhaupt die Möglichkeit besteht ein individuelles, also keine fertigen Templates, und technisch sauberes Produkt zu erhalten. Bei größeren Projekten empfiehlt es sich auch einen Berater zu Rate zu ziehen der sich gut mit der Materie auskennt.
Wenn man nun die vielen Beschwerden liest und hört von Unternehmern die “abgezockt” wurden sollte man sich die Frage stellen ob diese ihrer Unternehmerischen Sorgfaltspflicht nachgekommen sind und sich sowohl mit der angebotenen Leistung als auch dem vorgelegten Vertrag ausreichend beschäftigt haben. Denn wer sich in eine ungewollte Vertragssituation bringt oder ein unpassendes Produkt einkauft sollte diesen Fehler nicht nur bei allen anderen Beteiligten suchen sondern auch seine eigene Entscheidung in Frage stellen. Wer ein Unternehmen führt ist für seine Entscheidungen eben voll verantwortlich und ist demnach in der Pflicht sich genau zu informieren.
Auch wenn das für betroffene jetzt hart klingt ist es nicht die Schuld des Gesetzgebers wenn ohne genaue Prüfung Verträge unterzeichnet werden. Unseriöse Anbieter werden nur dann eine Chance haben wenn sie auf Kunden treffen die gutgläubig Versprechungen für wahr nehmen oder sich nicht ausreichend über Leistungen bzw Produkte informieren. Dies gilt nicht nur für die Onlinemarketing- und Webdesignbranche sondern auch für alle andern. Letztlich wird niemand gezwungen Verträge zu unterzeichnen oder Produkte/Leistungen zu erwerben.
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Ein toller Bericht, denn er trifft den Kern der Sache.
Wir haben sehr oft mit genau solchen Kunden zu tun und hören natürlich immer wieder als erste Frage: was kostet uns eine Website?
Nicht nur für unsere Kunden haben wir eine Online-Kalkulations-Möglichkeit geschaffen, wo Unternehmen die Struktur einer Website zusammenstellen können und einen ungefähren Zeitaufwand erhalten, was das Design und die Entwicklung so benötigt. Dieser Kalkulator kann hier direkt aufgerufen werden und ist sehr einfach zu bedienen: http://www.was-kostet-eine-website.ch/kalkulator.asp.
Herzliche Grüsse
Daniel Haug