Glauben an die Demokratie verloren?
In einer Zeit in der es vielen Menschen schlecht oder zumindest schlechter als zuvor geht ist es für politische Extreme stets einfach Einfluss zu bekommen. Genau davor hatten sich viele Menschen in Politik, Wirtschaft aber auch in der Bevölkerung gefürchtet, in Worten die Linke. Mit ihren vollmundigen aber nicht durchsetzbaren Versprechungen befürchteten Viele ein Desaster bei der Bundestagswahl 2009. Nun wissen wir das es nicht so gekommen ist, glaubt man den Hochrechnungen werden wir in den nächsten 4 Jahren Schwarz-Gelb regiert. Doch darum soll es hier und jetzt nicht gehen. Vielmehr beschäftigt mich die (laut derzeitigen Zahlen) niedrigste Wahlbeteiligung in der Geschichte der BRD.
Wenn es denn alles so schlecht war, was die große Koalition in den letzten 4 Jahren bewirkt hat, wenn so viele Menschen vor der Linken Angst hatten, wenn sich so Viele Veränderung wünschten – warum meiden dann so viele Bürger wie noch nie die Wahllokale? Gerade in den neuen Bundesländern (ich komme übrigens aus Thüringen) lässt mich die geringe Wahlbeteiligung erschrecken. Es ist gerade 20 Jahre her als hier alle Menschen nach freien Wahlen forderten, sich ein Recht auf Mitbestimmung erhofften und endlich in einer richtigen Demokratie leben wollten. Für dieses hohe Ziel ließen einige sogar ihr Leben. Und jetzt? Nach 20 Jahren alles vergessen? Alles egal?
Es ist doch höchst bedenklich warum lieber nicht gewählt wird (aber umso mehr gejammert) als aktiv auf die Zukunft Einfluss genommen wird. Haben die Menschen den Glauben an die Demokratie oder die Politik verloren? Oder sind einige zu dumm oder ignorant? Oder erreicht der Wahlkampf die Wähler nicht mehr? Ich vermag es leider nicht zu beantworten, finde es aber in jedem Fall sehr traurig. Offensichtlich sind sich einige Menschen nicht über die Konsequenzen des Wahlboykotts im klaren.
Unabhängig vom letztlichen Ergebnis hat die Bundestagswahl 2009 mit dieser niedrigen Wahlbeteiligung einen weiteren schwarzen Punkt in das Krisenjahr 2009 gesetzt – ich hatte da wirklich mehr erwartet. Nun wollen wir also hoffen, das wir die gewählt haben die richtige Entscheidung getroffen haben.




[...] Wahlbeteiligung war offensichtlich so gering wie noch nie, eigentlich sehr traurig, waren doch scheinbar viele [...]
Es stellt sich doch aber auch, wen man wählen soll?
Worin unterscheiden sich die Parteien?
Das Problem ist die Angst, dass hinterher plötzlich “andere” Warhheiten gelten.
Vor 4 Jahren wurde über die Mehrwertsteuer diskutiert. Es ging im Wahlkampf um 2% vs. 0% – 1%. Geeinigt hat man sich dann auf 3% MwSt.-erhöhung.
In anderen Ländern der EU werden MwSt. Sätze erhöht, Gehälter gesenkt, Förderungen gestrichen und Deutschland’s Parteien fordern (vor der Wahl) Steuersenkungen … Wie realistisch ist das?
Nicht wählen ist falsch, aber man kann sich nicht wirklich wundern.
Hallo,
richtig – nicht wählen war und ist der größte Fehler. Sicher ist es hin und wieder schwer den Politikern wenigstens im Ansatz zu vertrauen, doch wenn man sich anschaut wie gut wir durch die Krise gekommen sind war wohl nicht alles falsch.
Das in einer großen Koalition oft beide Partner die Wahlversprechen nicht halten (können) ist denke ich klar, auch wenn es nicht richtig ist. Das nun aber schon wenige Tage nach der Wahl über das Ergebnis lamentiert wird und den Parteien die Schuld an der geringen Wahlbeteiligung zugeschoben wird finde ich nicht richtig. Schließlich fordern doch alle nach Freiheit, diese ist aber eben auch mit Mündigkeit und Verantwortung verbunden, soll heißen wer nicht an einer demokratischen Wahl teilnimmt untergräbt eben diese Demokratie.
Schade das es offensichtlich so vielen Menschen einfach egal ist.
Abgesehen von der “ungewöhnlichen” Einigung bei der MwSt.-erhöhung, hat sich die große Koalition – meiner Meinung nach – ganz ordentlich geschlagen.
Natürlich ist jeder selbst für sich verantwortlich, doch hat die Politik auch einen Anteil daran, dass Inhalte verständlich vermittelt werden.
“…doch wenn man sich anschaut wie gut wir durch die Krise gekommen sind war wohl nicht alles falsch.” Es scheint so, aber man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben und ich befürchte, dass noch vieles auf die Bürger zukommt.
Was fehlt, ist eine Vision. Die USA hatten Obama, der mittlerweile nun auch entzaubert ist. Für Deutschland bräuchte man auch eine Antwort, wie es mit den “bildungsfernen Schichten” weitergehen soll. Wie kann man ihnen (und auch anderen) eine Perspektive eröffnen.
Wenn mit 16 Jahren und Hauptschulabschluß das Leben perspektivisch zu Ende ist, dann ist es schwer, jene mit >18 Jahren zum Wählen zu bewegen.
Zum Wahlkampf:
Ein interessanter Test wäre es, wenn man anhand der Sprüche die Partei erkennen soll. “Arbeit muss sich wieder lohnen” von der FDP kann man durchaus auch der SPD, der Linken oder auch der CSU zu schreiben.
Der Glaube an die Demokratie ist nicht verloren, doch hat die Demokratie entweder keine Antworten oder Antworten, welche wir nicht hören wollen.
[...] zu fangenden Menschen? Zu dem Wahlausgang gibt es auch einen passenden Artikel der Kollegen von Marketing-gui.de. AKPC_IDS += “386,”;Popularity: unranked [...]