Produktnamen – was ist zu beachten?
Im Marketing kommt es auf viele Dinge an, einzelne Aktionen verpuffen meist wenn die restlichen Komponenten nicht darauf abgestimmt sind. Um also seine Produkte/Leistungen erfolgreich zu verkaufen und die gesetzten Ziele zu erreichen gilt es alle Prozesse von der Entwicklung bis zum Verkauf am POS optimal auf die gewünschten Kunden einzustimmen.
Dabei beginnt der Prozess eigentlich bereits vor der Entwicklung, denn zunächst muss man sich im klaren sein was der Markt denn verlangt? Und wo möchte man sich denn an diesem Markt einordnen? Diese Überlegungen bestimmen dann die Entwicklung, Preisgestaltung und Vermarktung. Und genau dort kommt es oft auf Kleinigkeiten an.
Wie benenne ich mein Produkt?
Die Namensgebung ist ein oft unterschätzer Bestandteil des Marketings. Ist die Produkt- und/oder Firmenbezeichnung unglücklich gewählt müssen höhere Aufwändungen im Marketing betrieben werden und der Ertrag sinkt. Gerade KMU unterschätzen diesen Faktor oft, man wolle über Leistung/Qualität punkten heißt es dann oft. Doch wer soll sich von der tollen Qualität überzeugen wenn das Produkt nicht gekauft wird? Eben, also lieber eine Woche länger über den Namen gegrübelt – eine Umbenennung verschlingt unnötige Gelder (und Nerven).
Aber wie findet man einen guten und gängigen Namen? Erste Anhaltspunkte bieten dabei etablierte Produkte der Konkurrenz: Wird dort eher mit Fantasienamen oder mit erklärenden Begriffen gearbeitet? Ist die Bezeichnung nüchtern und pragmatisch oder bildhaft und ausgeschmückt? Deutsch, Englisch, Denglisch oder noch exotischer? Die Palette ist hier recht breit – aber wer am Markt etabliert ist hat wahrscheinlich nicht alles falsch gemacht.
Weitere Anhaltspunkte bringt die Zielgruppe mit sich, Männer die gern ihren Handwerker-Trieb ausleben wollen klare Bezeichnungen, keine sinnfreien Fantasienamen. Hier sollte man eine bodenständige Bezeichnung wählen. Anders sieht es wiederum bei jungen, hippen Solo-Frauen aus: Hier sollte das Produkt möglichst exotisch klingen, der Name muss (oder sollte sogar) nichts über das Produkt selbst aussagen.
Sie müssen also einerseits mit der Zeit gehen, man will ja nicht schon bei der Produkteinführung als veraltet gelten, aber andererseits genau die Sprache Ihrer Zielgruppe treffen. Gar nicht so einfach.
Ein interessanter Trend hat sich in den letzten Jahren bei Putzmitteln entwickelt. Die Hausfrau von Heute fühlt sich nicht mehr vom klassischen Fensterreiniger mit Citrus angesprochen, auch der Textilreiniger sollte einen ansprechenderen Namen tragen. Also haben sich die Hersteller einen Namenskampf geliefert der in Produkten wie:
Vanish Multi Textil Intelligence Plus
seinen bisherigen Höhepunkt gefunden hat. Als Mann kommt man da wirklich ins grübeln: Vanish ist die Marke – ok – Multi Textil – das Zeug gehört auf Stoff – Intelligence – intelligentes Putzmittel?! – Plus – wo ist das Basisprodukt?
Sicher wissen versierte Hausfrauen etwas mit der Bezeichnung anzufangen, der Name klingt auf jeden Fall erstmal mächtig. Was ich damit zeigen möchte: Ich, als eher pragmatischer Mann, würde ein Produkt Names Sofa-Reiniger kaufen wenn ich mein Sofa reinigen möchte. Vor einer Flasche mit der Aufschrift Vanish Multi Textil Intelligence Plus hätte ich wahrscheinlich eine Art Angst, (wer weiß wie das funktioniert) aber ich gehöre auch nicht zur Zielgruppe.
Die Namensgebung ist ein wichtiger Bestandteil des Marketing und sollte niemals unterschätzt werden, dabei ist es jedoch enorm wichtig seine Zielgruppe genau zu kennen und den Markt im Vorfeld zu beobachten. Je nach Produktlaufzeit muss man entscheiden wie weit Trends in diesen Prozess einfließen dürfen oder eher nicht.
In diesem Sinne wünsche ich frohes Brainstorming!
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lustig ist übrigens auch die Panne mit dem Mitsubishi Panjero – klingt exotisch, heisst aber auf Spanisch etwas versautes
Grüße,
Markenkunde