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Jack Wolfskin mahnt ab

Aktuell geht eine Welle der Empörung durch das Internet: Jack Wolfskin mahnt ab! Das Unternehmen sieht seine Markenrechte verletzt weil auf dem Marktplatz Davanda Strickmuster mit Pfoten-Motiven angeboten werden. Als Folge erhielten einige Mitglieder Abmahnungen mit Kostennote von rund 1000 €. Eine sehr hohe Summe für die meist weiblichen Anbieter die sich ein paar wenige Euro mit ihrem Hobby verdienen.

Zudem scheint, verfolgt man die Darstellung beim Werbeblogger, die Rechtsverletzung kaum vorzuliegen, benutzt Jack Wolfskin doch einen Abdruck eines Wolfs, auf den angemahnten Produkten sind aber Katzenpfoten zu sehen. Also stellt sich die Gemeinde die Frage ob Jack Wolfskin denn jegliche Pfoten als Marke inne habe.

Das Resultat sind zahlreiche Bekundungen nie wieder Produkte mit der Wolfspfote zu kaufen und vorhandene vom Logo zu befreien. Das Unternehmen hat also binnen weniger Stunden einen erheblichen Imageschaden genommen. Doch musste das so kommen? Warum wurden diese Abmahnungen versendet? Dazu sollte man sich einmal in die Situation eines Konzerns dieser Größe versetzen:

Jährlich entstehen Unternehmen durch Plagiate enorme Verluste, die meist in China produzierten, billigen Kopien überschwemmen die Märkte und die Umsätze der eigentlichen Marken sinken. Das diese Kopien meist qualitativ schlecht sind, teilweise sogar gefährlich interessiert viele in der „Geiz ist Geil“-Gesellschaft nicht. Gegen diese Produktpiraterie gehen die Unternehmen mit voller Härte vor und versuchen den eigenen Schaden zu minimieren. Leider sind die Drahtzieher aber zumeist nicht greifbar.

Um diese Maßnahmen möglichst effektiv zu gestalten wird natürlich nicht unterschieden zwischen kriminellen Massenproduzenten und Mitgliedern von „Bastel-Communitys“ die, in den Augen des Unternehmens, ebenso die Marke zu Unrecht verwenden. Ergebnis sind dann solche Abmahnungen die, genauer betrachtet, jeglichem Verständnis entbehren.

Gekonnt hat im Moment keiner etwas, Jack Wolfskin hat ein paar Menschen abgemahnt die durch die Kostennote wahrscheinlich empfindlich getroffen werden – aber zu keiner Zeit eine Bedrohung für das Unternehmen dargestellt haben. Im Gegenzug hat die Marke einen erhbelichen Imageschaden erlitten der sicher höher wiegt als die vermeintlich zu vertretenden Interessen.

Wie sollte Jack Wolfskin jetzt reagieren?

Aus jeder Situation gibt es auch einen Ausweg. Hier wäre wohl die kontrollierte Offensive angebracht: Eine Pressemitteilung mit der Aussage „Wir haben da wohl überreagiert und ziehen die Abmahnungen zurück“ würde sicher einiges wieder gut machen. Fehler sind menschlich, und auch ein Konzern wie Jack Wolfskin muss seine Interessen vertreten. Jetzt gilt es eben richtig zu reagiern, stur auf die vermeintlichen Ansprüchen pochen wäre sicher die falsche Antwort.

Update

Neben zahlreichen Blogs und unzähligen Tweets berichtet nun auch Focus Online über den Sachverhalt. Allmählich wird die Sache größer und größer, der drohende Imageschaden wächst damit erheblich. Ich kann an dieser Stelle nur nochmals empfehlen einen erfahrenen Social Media Berater zu konsultieren und die Abmahnungen nochmals zu überdenken.

Kommentare geschlossen.

7 Kommentare

  1. Jack Wolfskin mahnt ab http://tinyurl.com/ygcfzbf

  2. Jack Wolfskin mahnt ab http://tinyurl.com/ygcfzbf

  3. @Marketingrecht

    Ich verstehe den Sinn hinter der Aussage nicht ganz. JW hat übertrieben und auch nicht immer gerechtfertigt reagiert – und das wurde kritisiert. Ich für meinen Teil habe sicher nichts dagegen wenn man seine Rechte schützt, aber es sollte sich eben in einem gewissen Rahmen bewegen.

    Im übrigen hat Jack Wolfskin auf die Kritik reagiert und die Kostennoten aufgehoben. Zudem will man in Zukunft in solchen Fällen auf Kommunikation OHNE Anwalt setzen. Haben die ganzen polemischen Blogeinträge also doch was genützt…

4 Pingbacks

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