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Zerstören Twitter, Facebook und Co die Blogosphäre?

Peer von SiN ruft zur Blogparade auf und fragt dabei ob die neuen Social Media Dienste wie Facebook, Twitter oder Google Wave Blogs den Rang ablaufen (können). Gerne nehme ich an dieser Blogparade teil, denn das Thema ist ja seit einigen Wochen sehr präsent im Internet und ich bin sehr gespannt auf die Gedanken der anderen Teilnehmer.

twitter Zerstören Twitter, Facebook und Co die Blogosphäre?Um zu verstehen warum überhaupt eine Art Angst der Blogger umgeht sollte man sich einmal die Entwicklung von Twitter anschauen: Zunächst in Europa wenig genutzt setzte der Microbloggingdienst in diesem Jahr zum Siegeszug an und gewann User um User. Und diese User sind zumeist auch Blogleser und oft sogar selbst Blogger. Die Vorteile von Twitter liegen gerade für einen Blogger ja auch auf der Hand: Alles was sonst nicht gebloggt wurde, weil zu gering oder thematisch nicht passend konnte nun wenigstens getwittert werden. Auch Empfehlungen über interessante Beiträge kann via Tweet schnell verbreitet werden – und darum geht es ja im Internet: Schnelligkeit.

Nach einiger Zeit fiel einigen Bloggern auf das neue Beiträge deutlich weniger verlinkt wurden, dafür aber mehr Besucher auf dem Blog landeten solange der Beitrag aktuell war. Der Grund dafür war auch schnell gefunden: Wurden früher interessante Beiträge im eigenen Blog verlinkt nutzt man heute Twitter. Das bringt während eines begrenzten Zeitraums einige Besucher, ist aber weniger nachhaltig als eine gute Suchmaschinenplatzierung dank vieler Backlinks anderer Blogger. So geriet Twitter also schnell ins Visier einiger Blogger, gehen doch die wertvollen Backlinks verloren.

Angeregt von diesen Überlegungen fand ich heraus das Google einzelne Tweets indexiert (Das Twitterexperiment) und somit doch Backlinks für den jeweiligen Beitrag entstehen – auch wenn diese nicht annährend so wertvoll sind wie die eines richtigen Blogs.

In der nachlassenden Verlinkung sehe ich persönlich wirklich ein Problem, man wird abhängiger von Google um neue Leser zu bekommen.

Andererseits sind Dienste wie Twitter oder Facebook aber nicht in der Lage einen Blog zu ersetzen. Bei Twitter ist man auf 140 unformatierte Zeichen beschränkt und Facebook ist (noch) zu wenig offen (was sich ja aber wohl bald ändern soll). Daher ist ein Blog noch immer ein sehr gutes Mittel um an aktuelle und gute Informationen zu gelangen. Das Beispiel Jack Wolfskin finde ich an dieser Stelle sehr passend, denn auch hier verbreitete sich die Meldung erst über zahlreiche Blogs bevor es in den „etablierten“ Medien erschien.

Auch wenn es also seit einiger Zeit viele Dienste neben den Blogs gibt – das Ende der Bloggerzeit sehe ich noch nicht. socialmedia 200x150 Zerstören Twitter, Facebook und Co die Blogosphäre?Im Gegenteil: Wer sich auf Twitter, Facebook und Co einlässt und diese Dienste richtig nutzt kann einige Vorteile für seinen Blog erzielen. Zum Beispiel den Traffic steigern, bei Twitter gibt es keinen Google-Algorihtmus der andere Blogs vor dem eigenen platziert – hier entscheiden nur die anderen User über die Reichweite des Einzelnen. Wer einmal eine vernünftige Zahl Follower erreicht wird auch mehr Traffic auf seinem Blog bewundern dürfen. Man darf sich also nicht verschließen und ängstlich in der Ecke sitzen sondern muss die Chancen, die sich durch neue Dienste ergeben, nutzen.

Mir persönlich ist Twitter zu schnelllebig, ich habe meist keine Ahnung was ich vor 2 Monaten tolles gezwitschert habe. Daher habe ich mir ein sogenanntes Tweetblog eingerichtet, hier wird jeder Tweet der es Wert scheint veröffentlicht und erscheint parallel in meiner Timeline. So bleiben auch die Links bestehen und ich kann besser nachvollziehen was ich so alles verbreitet habe. Jeder sollte eben seinen eigenen Weg finden mit Twitter, Facebook und Co umzugehen – nur verschließen sollte man sich nicht davor.

Foto: respres under the terms of a Creative Commons Licence.

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