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Social Web Marketing – oder die neue Bullshit-Blase

Das Internet in seiner heutigen Form bietet Unternehmen viele verschiedene Möglichkeiten des Marketings. Besonders natürlich all jenen die im Endkundengeschäft zu Hause sind. Aber nicht nur Händlern sondern auch den Herstellern. Dank der hohen Bandbreite der privaten Internetanschlüsse steht den Gestaltungs- und Interaktionselementen auf Firmenwebsites kaum noch eine technische Grenze im Weg, Produkte können also optimal präsentiert werden. Doch das ist nur die Grundlage. Dank des Web 2.0, des Mitmachwebs, des Social Webs – oder wie auch immer Sie das nennen möchten können Firmen mit einem Großteil aller Kunden in direkten Kontakt Dialog treten. Sei es mit einem Corporate Blog, Social Web BullshitTwitter, Facebook, Communities oder was auch immer. Doch dazu ist ein umdenken notwendig, die Komplexität des Gebildes muss verstanden werden und natürlich der Grundgedanke. Das dies nicht immer der Fall ist zeigen viele prominente Beispiele die sich auf dieser Bühne die Finger verbrannten.

Damit wären wir auch schon bei einem großen Problem dieser vielen Möglichkeiten: Der Unwissenheit der Entscheider. Das viele gestandene Abteilungsleiter und Manager nur wenig über die Entwicklungen des Internets der letzen beiden Jahre wissen ist auch völlig legitim. Diese Menschen haben zumeist überfüllte Terminkalender und verlassen sich zu Recht auf die Expertise externer oder interner Berater – die dafür auch eine Menge Geld erhalten. Leider bemerkt man erst wenn es bereits viel zu spät ist ob der vermeintliche Experte tatsächlich etwas von seinem Handwerk verstanden hat oder eben nicht. Denn die Begriffe zu erlernen und ein bisschen in Twitter oder Facebook spielen bedarf keiner großen Kenntnisse – tragfähige und erfolgversprechende Konzepte zu erarbeiten und diese dann auch noch überzeugend vorzutragen dafür schon. Nun ist es nur zu verständlich das jemand der sich auf dem Gebiet nur wenig auskennt große Gefahr läuft sich für den falschen zu entscheiden.

Marketing im Web 2.0 bedeutet sich auf seine Kunden einzulassen. Sich auf die Bewegung zu freuen. Ein Konzept wird hier nie statisch sein, sondern nur einen Rahmen vorgeben. Die Menschen hinter den Accounts und Besucherzahlen sind schließlich auch nicht statisch sondern bewegen sich stetig, ändern ihre Meinung und Vorlieben. Trends werden geboren und sterben. All dies kann nicht starr in einem dicken Ordner geschrieben oder auf Folien gedruckt werden. Um auf Plattformen wie Facebook oder Twitter Erfolg zu haben muss man auch verstehen wie das Social Web funktioniert. Und Social steht nicht an dieser Stelle weil es toll klingt, sondern weil es die Grundlage ist. Hier erhält man Reichweite nicht durch den größten Banner oder die bunteste Website. Die Devise lautet geben, interagieren, authentisch sein. Den Kommerz in den Hintergrund stellen. Mit dem Kunden kommunizieren und auch Kritik zu lassen. Wer künstlich wirkt hat schon verloren.

Social Media Berater

In den wenigsten Unternehmen gibt es ihn: Den Social Media Berater. Dabei wäre er so wichtig. Denn auch wenn sich ein Konzern dazu entschließt lieber die Finger vom Web 2.0 zu lassen bedeutet das nicht das sich niemand darum kümmern muss. Denn auch ohne eigenes Zutun wird in Blogs oder auf Twitter über die Produkte, Werbung, Aktionen oder das Unternehmen an sich geschrieben. Wie bereits erwähnt lässt sich diese Gemeinde nicht vorschreiben was sie will oder was sie nicht will. Es ist also durchaus wichtig die Bewegungen zu überwachen um reagieren zu können. Damit meine ich jetzt nicht das unterbinden mit anwaltlicher Gewalt nur weil Kritik aufkommt. Vielmehr sollte man die Chancen die sich dadurch ergeben nutzen, die Meinungen aufnehmen und zur Verbesserung nutzen. Ein guter Berater kann hier schlimme Fehler verhindern und zugleich zur Verbesserung der Produkte, des Service oder einfach nur des Image beitragen.

Ausblick

Es wird sich wahrscheinlich noch eine ganze Zeit lang hinziehen bis die Marketingverantwortlichen bereit sind von den alten Vorstellungen Abschied zu nehmen. Noch immer wird versucht alle User in Kategorien einzuordnen und dann auszuwerten. Für viele ist es eine nicht annehmbare Vorstellung mit Konzepten zu arbeiten die nur einen Weg vorgeben, ohne ganz klar zu sagen dann und dann wird diese und jene Aktion gefahren. Doch genau da müssen sie hin! Flexibilität und Authentizität sind die Eigenschaften die immer wichtiger werden.

Foto: Orin zebest under the terms of a Creative Commons Licence.
Kategorie: Top Thema von Enrico • 23.10.2009

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9 Antworten »

  1. Guter Artikel mit viel Wahrheit drin – leider passt der Titel meiner Meinung nach überhaupt nicht zum Inhalt.

  2. I really like your blog and i respect your work. I’ll be a frequent visitor.

  3. Unter dem Titel hatte ich mir auch was anderes vorgestellt, aber der Beitrag ist klasse.

    >> Der Unwissenheit der Entscheider: Das trifft es 100 prozentig!

  4. Der Artikel ist wirklich klasse. Spiegelt er doch die Realität wieder. Besonders der Teil über den Social Media Berater. Ich bin auch der Meinung, dass auch die Unternehmen, die sich entscheiden die Finger vom WEB 2.0 zu lassen, trotzdem ein Auge auf die Entwicklung haben sollten. Und noch wichtiger daraus lernen sollen.

    Aber wie schon in den anderen Komentaren gesagt. Leider passt der Inhalt nicht zur Headline.

  5. Danke für die Blumen und die, wahrscheinlich berechtigte, Kritik an der Headline. Ich werde diese noch ändern. Vorschläge? ;)

  6. Mmmh, gerne. Auf die schnelle, wie wär’s mit: WEB 2.0 – Ein Netz aus Fallstricken und Möglichkeiten

  7. Thank you very much for that glorious article

  8. netter artikel. wobei ich schon glaube, dass mehr und mehr unternehmen chancen und risiken des web 2.0 erkennen und fuer sich zu nutzen versuchen. und wer diese möglichkeiten noch immer nicht verstanden hat, hat es auch nicht anders verdient! ;)

  9. Hallo Vanni,

    ich glaube das mit dem “und wer das nicht verstanden hat, hat es auch nicht anders verdient” darf man nicht ganz so sehen. Gerade viele kleine und mittelständische Unternehmen haben sich in der Vergangenheit sehr stark auf ihr Kerngeschäft konzentriert. Hervorragende Produkte oder Dienstleistungen sind vorhanden. Marketing oder gar Internet hat dort keine bzw. eine untergeordnete Rolle gespielt. Aufträge haben diese Unternehmen einfach per (offline) Empfehlung erhalten. Da fällt es natürlich schwer sich mit neuen Dingen wie WEB 2.0 auseinander zu setzen (und Geld auszugeben). Denn, dass das nun auch für zunehmend für die kleinen und mittelständischen Unternehmen eine spannende Angelegenheit wird ist bei WEB 2.0 anders als bei anderen “großen Marketingtrends”.

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