Onlineausgaben von Printmagazinen im Wandel der Zeit
Vor über 10 Jahren begannen die großen Verlage damit ihre Inhalte auch im Internet zur Verfügung zu stellen. Damals war das alles hip und cool und man musste eben dabei sein im Internet. Im Laufe der Zeit wuchsen die Online-Redaktionen stark an, schließlich läuft die Zeit im Web deutlich schneller als in den Printausgaben. Wer hier nicht “on demand” am Ball bleibt gerät schnell ins Hintertreffen. Der Personalanstieg ist in der Regel natürlich mit erhöhten Kosten verbunden. Und da überall der Punkt kommt an dem “cool” nicht mehr als Begründung für sehr hohe Ausgaben ausreicht musste man sich Gedanken machen wie man denn das verlustreiche Onlinegeschäft in die Gewinnzone bringt.
Bezahlinhalte sind noch Heute ein Reizthema und werden nur sehr vorsichtig angegangen, vor 5 Jahren war daran also noch weniger zu denken. Bleibt als Ausweg nur noch die Werbefinanzierung. Die Reichweite ist ja gegeben, Werbekunden waren auch schnell gefunden. Allerdings brauchte es noch ein Abrechnungsmodell. TKP (Tausend Kontakt Preis) hat sich dabei schnell durchgesetzt und so zahlte der Werbekunde also brav für jeweils 1000 Einblendungen seines Werbemittels, unabhängig davon ob diese 1000 Einblendungen von einem Besucher oder von eben 1000 Besuchern gezählt wurden. Trotz der hohen Reichweite und hundertausenden Besuchern am Tag wollten die Verlage mehr, denn Nachrichten haben ein Problem: Man kann sie auf einer Seite unterbringen und so gab es je Besucher meist nur wenige Seitenaufrufe. Also brauchte es Lösungen wie man denn die Besucher zu mehr Seitenaufrufen bewegen könnte, schließlich ging es ums Geld verdienen und nicht darum die Werbekunden glücklich zu machen. Was tut man also? Klar, die Inhalte auf mehrere Seiten verteilen, und die Werbeflächen vervielfachen. Doch damit nicht genug, Bildergalerien wurden so angelegt das man je Bild einen Aufruf generiert und sogar bei Onlinespielen wie Sudoku oder Kreuzworträtseln wurde je Klick(!) die Seite neu geladen. Das funktionierte so gut das die Verlage für einige Zeit ganz gutes Geld verdienten. Aber die Werber erkannten schnell die gestiegenen Kosten bei deutlich geringerer Effizienz. Hinzu kam natürlich die gestiegene Verbreitung sogenannter Adblocker, die einen Großteil der Werbeflächen einfach unterdrücken und somit sowohl dem Verlag als auch dem Werbetreibenden einen großen Strich durch die Rechnung machen. Und das Ergebnis haben wir nun: Die Verlage bauen Stellen in den Onlineredaktionen ab und probieren sich an Bezahlinhalten.
Man sollte seine Kuh also nie bis zur Erschöpfung melken, auch wenn die Möglichkeit dazu noch so verlockend ist. Ich bin sehr gespannt wie sich die Darstellung solcher Websites in den nächsten Jahren entwickelt. Vielleicht wird es dank bezahlter Inhalte bald wieder möglich sein einen Artikel auf einer Seite zu lesen.
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