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Schleichwerbung bei Twitter gefährlich

Die deutsche Rechtssprechung ist im Bezug auf das Web schon immer etwas unpraktikabel gewesen. Im Bereich Twitter wird dies noch deutlicher als bei anderen Diensten und Anwendungen im Web. Denn für geschäftliche Accounts gilt, wie in allen anderen verfügbaren Medien und Kanälen, das UWG. Dieses verbietet unter anderem Schleichwerbung, das bedeutet das jegliche Kommunikation mit dem Ziel Waren zu bewerben bzw zu verkaufen als Werbung/Anzeige gekennzeichnet werden muss. Leider ist dies innerhalb von 140 Zeichen recht schwierig, denn wenn jeder Tweet mit einem Link auf das eigenen Angebot den Hinweis das es sich um Werbung des Unternehmens XY handelt bliebe wenig Platz für eine wirkliche Information. Ein Großteil der Rechtsanwälte ist sich daher sicher das es ausreicht den Firmenaccount mit einem aussagekräftigen Hintergrundbild, Namen, Bio-Eintrag und Link zur Unternehmenswebsite zu versehen. Dann wäre ein normaler User wohl in der Lage zu erkennen das es sich um ein kommerzielles Angebot handelt. So weit zur Theorie, klingt schließlich noch machbar.

Aber was ist mit anderen Usern? Was wenn ich zum Beispiel die Produkte des Onlineshops XY toll finde und einen Tweet verfasse mit Link auf ein bestimmtes Produkt? Was wenn ich das öfter tue? Es gibt einige User die ihre Zuneigung zu verschiedenen Produkten und/oder Marken sehr offen zur Schau stellen. Wie würde ein Gericht entscheiden wenn ein Mitbewerber wegen unlauterer (Schleich-)Werbung klagt? Ich möchte es eigentlich nicht wissen. Rechtlich also eine schwierige Situation, in der Praxis klärt sich so etwas allerdings meist von allein.

Wer auf Twitter, ebenso wie in Blogs oder anderen, ähnlichen Plattformen, exzessiv Schleichwerbung betreibt wird in der Regel schnell abgestraft. Auf Twitter bedeutet das die Follower verschwinden und die Reichweite sinkt gen Null.Natürlich lassen sich trotzdem hin und wieder Werbeposts unterbringen ohne das man gleich “verbannt” wird aber die Wirkung dürfte recht gering sein. So regelt sich die Community also selbst und Schleichwerbung dürfte nicht wirklich zu einem großen Problem werden.

Ich selbst habe eine Zeit lang über einen Anbieter Werbung auf meinen Twitteraccount schalten lassen und meine Followerzahl hat sich wenig befriedigend entwickelt. Die Tweets waren stets durch ein “Ad:” gekennzeichnet und auch der Link für die App zeigte zum Vermarkter, von Schleichwerbung also keine Rede. Selbst dies hat sich also negativ auf meinen Account ausgewirkt – sollte nun also herauskommen das ich verborgen für andere werbe dürfte der Effekt noch stärker sein.

Trotzdem empfehle ich jeden der seinen Account auch oder ausschließlich mit geschäftlichen Hintergrund nutzt die Lektüre dieses PDF: Hier Klicken

Kategorie: News von Enrico • 21.02.2010

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9 Antworten »

  1. Sollte eigentlich mehr oder weniger klar sein:

    Alles, was verschleiert besser wirken würde, darf nicht verschleiert werden. Und was rechtlich bedenklich wirkt, ist es meistens auch.

    Auf Twitter klappts ja, wie du schon sagtest, sowieso nicht so gut. Trotzdem ist diese Checkliste sicher ganz hilfreich. Lieber einmal so eine Liste durchgehen, als eine Unterlassungerklärung unterschreiben müssen…

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  5. Lesenswert für Business Twitter: Rechtliche Grundlagen http://bit.ly/9Fd0KW

  6. Werbetweets in den eigenen Account einstreuen sind tatsächlich keine gute Idee. Viel überzeugender klingt es, wenn ein Unternehmen “kostenlose” Tweets bekommt,weil das Produkt einfach toll ist oder eine virale Kampagne losgetreten wurde. Da wird auch niemand wegen Schleichwerbung klagen.
    Problematischer sehe ich da eher die “Misch-Accounts”, d. h. eine natürliche Person zwitschert auf einem Account privat und gleichzeitig über das Unternehmen, wo sie angestellt ist. Ich kann mir vorstellen, dass da durchaus Abmahnpotential ist. Einen wirklichen Fall gab es aber (leider) noch nicht.
    Grüße

  7. Die ersten Abmahnanwälte dürften schon die Messer wetzen :-(
    Neben der Kennzeichnungspflicht für Werbetweets ist die Pflicht ein Impressum zu setzen ein weiteres großes Problem. Auf Twitter ist dafür kein Feld vorgesehen.

  8. Wenn man Produkte auf Twitter bewerben möchte, sollte man unbedingt die rechtlichen Pflichten beachten, sprich: Impressum setzen und die Tweets als Werbung kenntlich machen. Ich persönlich streue nur gelegentlich einen Werbetweet ein, um nicht zu viele Follower zu verlieren. Tatsächlichen bringen die Klicks eine Menge Traffic auf die Website.

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