Was man von Popstars lernen kann

Spätestens seit dem “It-Girl” Paris Hilton weiß alle Welt das man mit der richtigen Selbstvermarktung eine Menge Geld verdienen kann. Man muss nur etwas besonderes sein bzw darstellen. Das es nicht ausreicht sich selbst als “It-Girl” zu bezeichnen und leicht bekleidet auf diversen Partys vertreten zu sein haben viele, gescheiterte Nachahmer von Paris Hilton gezeigt.

Doch der Medienhype um einen Popstar kann auch ganz schnell ins negative umschwenken und für schwerwiegende Probleme sorgen wie das Beispiel Britney Spears gezeigt hat. Wer im Rampenlicht steht muss genau darauf achten was er wann, wo und wie tut – sonst ist es schnell wieder vorbei mit der Karriere. Denkt man zumindest. Denn es gibt auch andere Beispiele, zum Beispiel Amy Winehouse. Die junge Sängerin mit der unglaublichen Stimme sorgt mit Eklat um Eklat immer wieder für Aufregung, ihr Ruf ist gelinde gesagt ruiniert. Trotzdem möchte ich darauf wetten wäre ein neues Album schnell in den Charts, allein aufgrund der Bekanntheit. Das ihr Privatleben dahin ist und es ihr wahrscheinlich wirklich nicht gut geht ist allerdings die dunkle Seite der Medaille.

Es ist also überaus gefährlich wenn junge Menschen einfach ihr Leben leben und im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen, jeder Fehltritt kann ungeahnte Folgen haben. Es sei denn, man geht damit in die Offensive. Und damit meine ich jetzt nicht Auftritte unter offensichtlichen Alkohol- und Drogeneinfluss, sondern die ganz normalen Dinge die man mit Anfang 20 so macht: Partys feiern, zu schnell Auto fahren und so weiter. Das Social Web mit Facebook, Twitter, Blogs, Flickr und allen anderen bietet den Jungstars nämlich die Möglichkeit solche Dinge schneller als die Boulevardpresse zu veröffentlichen und damit den Meinungsmachern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Welcher katy perry 605x542 Was man von Popstars lernen kannFan ist noch schockiert wenn er Partybilder seines Stars erst auf dessen Blog sieht und dann 2 Tage später in der Zeitung oder dem Fernsehen? Eben. Natürlich sollte sich das alles in einem vernünftigen Rahmen bewegen, doch was spricht dagegen wenn ein 25jähriges Mädchen in einer Disko feiert? Nichts, es sei denn diverse Magazine stricken eine Story daraus.

Eine junge Frau die das Web voll und ganz für ihre Zwecke nutzt ist Katy Perry. Sowohl auf ihrem Twitter-Account als auch auf der offiziellen Website erzählt sie wann und wo sie auf Party war und verlinkt sogar einige Fotos via Flickr. Auch wenn diese Bilder nicht immer ganz vorteilhaft sind erfreuen sich zahlreiche Fans daran. Katy Perry nutzt das Medium für ihr Marketing und schützt sich zu gleich vor negativer Presse. In jedem Interview eines sogenannten Skandalreporters kann sie so ganz lässig auf ihre Präsenzen im Web verweisen: “Alles ein alter Hut”.

Was hat das mit meinem Marketing zu tun?

Durch die oben genannten Kanäle wie Twitter, Facebook und Blogs verbreiten sich eventuelle Fehltritte sehr schnell. Immer und immer wieder lese ich auf Twitter das sich Unternehmen X oder Y einen echten Fauxpas geleistet hat. Sei es eine unbegründete Abmahnung, Falschmeldungen oder andere Dinge die besser nie an die Öffentlichkeit geraten wären – die Nachrichten verbreiten sich blitzschnell durch das Internet. Oft kann man innerhalb kürzester Zeit auf zahlreichen Blogs davon lesen und auf Twitter rutscht das Thema schnell in die Tages- oder gar Wochencharts. Und wie reagiert das betreffende Unternehmen? Meistens gar nicht. Selbst wenn man auf Twitter vertreten ist schweigt der Account, von der Firmenwebsite ganz zu schweigen.

Dabei wäre es doch auch hier so einfach den Medien und Usern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Eine offene und ehrliche Stellungnahme, eine Entschuldigung bei den Betroffenen und schon ist man plötzlich auf der menschlichen Ebene. Weg von den Vorwürfen des geldgeilen Unternehmens das immer nur den eigenen Profit sieht hin zum Unternehmen in dem Menschen arbeiten und eben auch Fehler machen.

Natürlich kostet das etwas Überwindung, wer gibt schon gern in aller Öffentlichkeit zu einen Fehler gemacht zu haben? Und oft wird das Web in Punkto Reichweite und Meinungsbildung auch noch unterschätzt, zumeist aber mit einem bösen Erwachen. Die etablierten Redaktionen verfolgen via Twitter und Feedreader seit langem die Bloggerszene und greifen dann entsprechende Themen auf. Spätestens wenn dann ein Bericht auf Spiegel Online erscheint werden auch die letzten Entscheider wach und bemerken das sie die Tragweite unterschätzt haben. Plötzlich interessiert sich halb Deutschland für ein mittelständiges Unternehmen das zuvor nur in Fachkreisen und in der heimatlichen Region bekannt war. Der PR-Gau ist eingetreten – und hätte so leicht verhindert werden können.

Es gibt also einiges was man sich von Popstars in der Unternehmenskommunikation abschauen kann, diese zumeist jungen Leute stehen schließlich täglich im Fadenkreuz der Öffentlichkeit.