Mit Amazon den Frühstückstisch decken

Diese Meldung, dass man bei dem Onlinestore Amazon fortan auch Lebensmittel kaufen kann, ist noch nicht sehr als. Dennoch beginnen hier und da die Diskussionen, ob sich ein solcher Dienst überhaupt lohnt und wer diesen eigentlich nutzen würde. Diese Fragen möchte ich als Ausgangspunkt nehmen und versuchen sie im Laufe dieses Artikels zu beantworten.

Doch eins nach dem anderen. In der Regel stellt man sich als Gastautor erst am Ende eines Artikels vor. Das werde ich auch noch tun, aber es ist mir im Vorfeld wichtig, dass der Leser, ihr, weiß, dass nicht Enrico schreibt, sondern ich. Wer sich hinter diesem “ich” verbirgt, werde ich am Ende des Artikels auflösen, vorerst jedoch steht immer noch die Frage im Raum, welchen Nutzen die neue Kategorie von Amazon hat.

Ich habe mich mal auf die Suche gemacht und meinen Einkaufswagen befüllt. Nicht gerade mit Pizza oder Lasagne, nein, ich hab Brot, Nudelsuppe, Milch und andere Kostbarkeiten eingepackt. Um mal einen kleinen Überblick über die Preise zu geben, habe ich einmal einen Screenshot gemacht.

Lebensmittel bei Amazon kaufen - Einkaufswagen

Lebensmittel bei Amazon kaufen - Lohnt sich dieser Dienst?

Mit diesem Einkauf bin ich aber noch nicht zufrieden. Für die Mittagspause habe ich mir Crèpes vorgenommen. Mehl habe ich bereits eingepackt. Einzig Eier und Apfelmus fehlt. Auch das hat Amazon.

Einkaufen mit Amazon

Eier und Apfelmus - Einkaufen leicht gemacht

Das nur mal als kleiner Spaß ;-) denn ich möchte mit diesem Beitrag nicht einfach nur die Zeit füllen und einen Artikel posten, dessen Inhalt mir gleich ist. Es geht mir bei den Screenshots um folgendes Detail: Preise. Nur weil Amazon der weltgrößte Onlinehändler ist, heißt das nicht, dass die Produkte gleichzeitig auch die billigsten sind. Ein Blick auf die 1,5 Liter Packung Milch verrät, dass der Preis höher liegt, als der von Vergleichsprodukten im Supermarkt. (Beispiel Gut Günstig Milch; Kosten: 0,55; Edeka) Das als kleiner Einstieg ins Thema.

Lebensmittel bei Amazon

In den USA gibt es dieses Angebot seit etwa 3 Jahren. Nun kann man auch bei uns die Gesamte Produktpalette eines kleinen Supermarkts bei Amazon kaufen. Auch Obst, Gemüse und sonstige Produkte für den täglichen Bedarf wie Brot und Brötchen können gekauft werden. In den USA hat sich der Trend die Lebensmittel Online durch die “Gänge” zu schieben und anschließend zu kaufen durchgesetzt – besonders in sehr ländlichen Gebieten, wo der nächste Supermarkt mehrere Kilometer entfernt ist.

Für den neuen Dienst hat Amazon die neue Kategorie Lebensmittel und Getränke eingeführt.

Lebensmittel auf Amazon

Lebensmittel auf Amazon erst ab 20€ versandkostenfrei

Was mich dabei erstaunt ist die Vielfalt der Produkte. Ich habe damit gerechnet, dass man Kornflakes, Müsli und vielleicht ein Glas Gurken kaufen kann. Allerdings hätte ich nicht damit gerechnet auch Eier, Milch und “frische” Produkte wie Salat und Obst kaufen zu können. Wer allerdings nach günstigen Lebensmittel sucht, ist hier garantiert am falschen Platz. Damit komme ich zur Frage ob sich das Ganze lohnt.

Wann lohnt es sich Lebensmittel auf Amazon zu kaufen – lohnt es sich überhaupt?

Ich denke, man muss das Ganze objektiv betrachten. Für mich käme der Dienst nie in Frage, aber sicherlich nur, weil ich keine 2 Minuten bis zum nächsten Supermarkt benötige. Jetzt führen wir uns aber mal vor Augen, dass wir nicht alle ewig jung bleiben. In Zeiten, wo die SilverSurfer mehr und mehr Beachtung finden, lässt sich die Frage schon nicht mehr so leicht von der Hand weisen. Eine 70 jährige, die kaum noch ohne ihre Gehhilfe das Haus verlassen kann, wird sicher große Probleme haben in den nächsten Supermarkt zu laufen um mal eben ein Laib Brot zu kaufen. Und nicht immer haben diese Menschen jemanden, der für sie den Einkauf macht. Für solche Menschen ist es auf jedenfall sinnvoll, zumal die Lieferung an der Haustür abgegeben wird. Allerdings führt mich das zu meinem nächsten Punkt.

Das Wie

Die eigentliche Frage ist doch, wie schafft es oder vielmehr wie will es Amazon schaffen die Produkte frisch an den Verbraucher zu schicken. Hierbei spreche ich lediglich den Versand der Produkte an, denn noch wichtiger ist die Frage, sind die Artikel wirklich frisch? In der Produktbeschreibung sind keine Informationen über das Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben. Damit ist das Pro für diesen neuen Dienst schon wieder nicht mehr so deutlich. Wenn man nun auch noch die Versandkosten hinzuzieht, würde ich mir schon kein Brot mehr kaufen, da die Versandkosten höher sind, als der Preis für das ohnehin schon teurere Brot.

Patrick Wienecke ist derzeit Gastautor bei Marketing-Gui. Er ist begnadeter Blogger, Dj und mit Leib und Seele ein Digital Native. Er bloggt privat auf Deeblog.de und SocialSeoBlog.de. Sehr zu empfehlen ist auch sein Twitteraccount.