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Quo Vadis Deutsche Blogger

Was war das für ein Wochenende… Am Freitag ging ein Beitrag online der zum 4. Anlauf “Ein Herz für Blogs” aufrief. Seitdem rappelt es nur so in einigen Blogs die sich über die Initiatoren beschweren, sie ermutigen oder einfach nur ihren Senf dazu abgeben wollen. Ich will jetzt dazu gar nichts schreiben, dürfte auch daran liegen das einer der “Beschuldigten” mein Kollege @misterhonk ist. Aber zu den “Wellen” die sich ergeben haben und welchen Eindruck diese auf die Wichigsten in der “Blogosphäre” haben, nämlich all die stillen Leser die selbst kein Blog betreiben sondern einfach nur Informationen oder Unterhaltung suchen, dazu muss ich mich nun doch mal auslassen.

Auslöser war wie bereits erwähnt der Aufruf zum 4. Anlauf “Ein Herz für Blogs” was an sich ja eine gute Sache ist, denn so ein paar Blogvorstellungen helfen in der Regel allen Beteiligten. Und wenn nicht schaden sie zumindest niemanden. Was dann aber kam ist einfach nur peinlich und wenn dies nun wirklich repräsentativ für die Deutschen Blogger sein soll dürfte es in der Außenwirkung alles andere als lustig sein.

Lächerlichkeit 2.0

Wenn sich 3 2 (einer hält sich ja weitestgehend raus) Blogger aus den “Top 100″ auf so eine Art und Weise (wie zum Beispiel hier) bekriegen zeigt das eigentlich nur eines: Blogs sind in Deutschland nicht Ernst zu nehmen. Wer nicht einmal in der Lage ist sich vernünftig via E-Mail auszutauschen und dann solch eine öffentliche Schlammschlacht abliefert kann nicht für voll genommen werden. Und das dürfte dann wieder dafür sorgen das sich das Argument von Caschy, nämlich unbedingt in die begehrten Top100 zu kommen relativieren. Natürlich ist es so das man als Blogger bedeutend mehr Angebote bekommt wenn man in den Deutschen Blogcharts ist, gilt man dann doch als “TopBlogger”. Wenn sich diese aber nun so darstellen fällt das auch den Werbetreibenden auf, was das wohl zur Folge haben wird? Steigende Einnahmen sicherlich nicht. Wer will schon in so einem Umfeld teure Werbung schalten?

Debatte um Verlinkungen

In diesem Kontext wird nun auch (mal wieder) massiv über die mangelnde Verlinkung untereinander diskutiert. Man solle mehr und breiter verlinken, Rober Basic veröffentlichte dazu sogar eine Art Verlinkungs-Guide. Nunja, sicher alles nicht falsch – aber ist es denn tatsächlich so schlimm mit der Verlinkung? Oder schauen wir einfach nur neidisch in die USA wo viel mehr Blogger viel höhere Einnahmen und viel höhere Besucherzahlen haben? Wahrscheinlich eine Mischung aus Beidem, aber Fakt ist das wir hier im deutschsprachigen Raum einfach ein viel geringeres Potenzial besitzen. Schaut Euch doch einfach mal die Social News Portale an! Wer dort schonmal auf der ersten Seite stand weiß das der Traffic von dort einfach lächerlich ist. Auch dort zu wenig verlinkt? Wohl kaum. Und wenn Blogs weiter mit solchen Aktionen auffallen werden die Besucherzahlen sicher nicht größer werden.

Betrachtet man dann noch Berichte des Tagesspiegel wie man doch seine Zahlen für wenig Geld schönen kann und dann einen auf besonders wichtig macht sinkt das Vertrauen in die Deutsche Social Media und Blog Szene immer weiter.

So, das musste jetzt einfach mal gesagt werden. Ich hoffe das allgemein bekannt ist das die beiden Streithähne ganz sicher nicht stellvertretend für die Deutschen Blogger stehen – auch wenn man anhand der kollektiven Aufregung den Eindruck gewinnen konnte.

Kategorie: News von Enrico • 15.11.2010

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9 Antworten »

  1. Ohne dir nahetreten zu wollen – der Titel des Beitrages hat ein wenig BILD-Zeitungs-Niveau. Nur weil sich zwei Nasen an die Hälse kriegen, kann man ja nicht alle Blogger über einen Kamm scheren.

    Ansonsten gebe ich dir natürlich recht, das war schon ein wenig lächerlich. Aber so ist das halt – wie im Reallife auch… :)

  2. Ach Web und nahe treten geht doch nicht wirklich ;) Außerdem passt der Titel ja dann zu den Ereignissen.

    Und ich denke schon das einem Außenstehenden der Eindruck aufkommen kann das die Geschichte stellvertretend für die Blogosphäre ist, daher ja auch mein Artikel.

  3. warum stellst du mich mit diesem mist auf eine stufe? es gibt tausende blogs außerhalb der charts die sich nicht mit diesen protagonisten beschäftigen und auch nicht in verbindung treten wollen!

  4. Ähm, Du hast schon den Beitrag gelesen?! Mir geht es ja eben gerade darum das die beiden nicht(!) stellvertretend für alle Blogger sind ;)

  5. Von einer bestimmten Warte aus, war es mein einziger nachhaltiger Fehler, dass ich bei der Auswahl meiner Domain das Wörtchen “blog” dazu nahm.
    Man kann aber dennoch das Beste draus machen.
    Ganz wesentlich in diesem Zusammenhang: Lass dich nicht in den “Deutschen Blogcharts” oder ähnlichem Quatsch führen, verbiete es den Machern ggf. dich da zu nennen. Die Marke leidet unter schlechter Nachbarschaft.

  6. Aber im Hinblick auf admartinator und Winkel: Egal!

  7. @Frank: Hä? Das “Egal!” hätte ich gerne mal näher erläutert.

  8. Hi Frank,

    ob es nun so negativ ist in den Blogcharts zu stehen weiß ich nicht, bin dort schließlich nicht vertreten.

    Euer Projekt hat sich ja mittlerweile auch recht weit vom klassischen Blog entfernt, ob die Domain jetzt unbedingt nachteilig ist vermag ich nicht zu beurteilen. Ist Dir denn schon etwas konkretes deshalb verloren gegangen?

  9. @ad: Will sagen: Versendet sich halt.
    @Enrico: Wir waren mal drin in den deutschen Blogcharts. Wenn ich mich richtig erinnere mit ca 330 Links auf Platz 37 oder so. Das war dann auch die beste Platzierung. Ist heute nicht mehr zu beweisen, denn ich habe den Macher darum gebeten auch die alten Listen zu bereinigen. Das liegt u.a daran, dass ich Jens Schröder unterstelle nicht mit der notwendigen Sorgfalt und mit der eigentlich vorauszusetzenden journalistischen Distanz ans Werk zu gehen. Es sind halt – und das schrieb er mir sinngemäß selbst einmal – eigentlich mehr JensSchröderCharts als Deutsche Blogcharts.
    Hinzu kommt, dass wir uns während der vergangenen 5 Jahre eine Leserschaft – nicht zu verwechseln mit einer Community, die wir im Grunde überhaupt nicht haben – aufgebaut haben, die sich mal so ganz und gar nicht für diese Rankings interessiert.

    Und was bringt auch ein Vergleich zwischen marketing-blog.biz und netzpolitik.org oder zwischen marketing-gui.de und nerdcore.de. Völlig unterschiedliche Zielgruppen, völlig verschiedene Inhalte. Es liegt doch in der Natur der Sache, dass sich mehr Leute für Politik oder lustige Videos und skurrile Internetfunde interessieren als fürs Marketing.
    Daher: Wenn schon ein Vergleich, dann mit wuv.de, horizont.net, absatzwirtschaft.de, onetoone.de, newbusiness.de etc. Wenn die dann eingeholt und abgelöst sind, kann man ja weitersehen.
    3 von den genannten Seiten haben wir mit marketing-blog.biz in Sachen Traffic übrigens schon eingeholt (da können die getrost noch die gedruckte Ausgabe mit drauf packen). Dennoch werden wir auf absehbare Zeit kaum annähernd so hohe Anzeigenerlöse einfahren, was vor allem am “blog” im marketing-blog liegt. Denn Blog hat immer noch was von Schülerzeitung und/oder Klowand des Internets, was ja im Wesentlichen auch zutreffend ist.

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