RSS-Feed RSS-Feed abonnieren Kommentar RSS-Feed Kommentar RSS-Feed
Marketing Guide

Werbeideen auf Marketing Guide

Einfach besser werben. Ihr Marketing Guide

Amazon und das Cybermonday Desaster

Heute war er also, der Cyber Monday auf Amazon. Halb Deutschland (gefühlt) freute sich also auf echte Hammerangebote und wollte sein Weihnachtsschnäppchen ergattern. Klar, gab es doch durchaus attraktive Angebote wie eine Sony Playstation3 für 177,- € statt 299,- € oder einen 32″ Full-HD TV für 333,- €. Damit der Ansturm etwas kanalisiert und damit handlebar wird hatte Amazon die Angebote auf verschiedene Zeitfenster verteilt. So gab es die Playstation 3 zum Beispiel zwischen 14 und 16 Uhr, so zumindest die Angaben von Amazon. Wer etwas gesunden Menschenverstand hat ist sicher nicht verwundert dass die Playstation nicht 2 Stunden verfügbar ist. Was aber dann geschah war doch etwas heftig: Um 14:00:00 Uhr wurde also das Angebot der Playstation freigeschalten, um 14:00:05 Uhr waren bereits alle Spielkonsolen vergriffen, das Angebot beendet. So ähnlich verlief es mit vielen anderen Artikeln und die Reaktionen der Amazonkunden die leer ausgingen ließen nicht lange auf sich warten.

Die Produktbewertungen als Frustventil

ps3 amazon Amazon und das Cybermonday DesasterSchönes Web 2.0 mit all deinem usergenerated Content. Da bei Amazon wieder frei bewertet werden darf, also auch ohne das Produkt über Amazon gekauft zu haben, ließen viele User ihren Frust direkt in den Bewertungen des jeweiligen Produkts ab. Besonders hart hat es die Sony Playstation 3 getroffen. Ich gehe zwar davon aus das diese negativen 1-Sterne Bewertungen wieder entfernt werden, allerdings dürfte Sony wenig davon begeistert sein – steht das eigene Toprodukt doch ohne jeglichen Grund derzeit in einem sehr schlechten Licht. Bedenkt man das Amazon für diese Aktion sicherlich einen vergünstigten Einkaufspreis erhalten hat möchte ich gerade nicht der Großkundenberater bei Amazon sein. Wie weit Amazon davon nun einen wirklichen Nachteil haben wird kann ich nicht beurteilen, allerdings wird diese Aktion sicher nicht für ein besseres Verhältnis sorgen.

amazon fb Amazon und das Cybermonday DesasterAber auch auf Facebook lassen die vermeintlich geprellten Kunden ordentlich Dampf ab. Bereits über 1.000 Kommentare sind auf der Fanpage von Amazon verfasst worden, der Großteil überaus negativ. Ich bin sehr gespannt wie Amazon darauf reagieren wird.

Einige Blogs berichten auch über die Problematik, während Eisy die ganze Geschichte sehr entspannt sieht kann man hier sogar einen offenen Brief an Amazon lesen.

Fazit

Insgesamt ist der Cybermonday auf Amazon eine Loose-Loose-Loose Angelegenheit geworden. Viele hoffnungsvolle Kunden wurden enttäuscht, Produkte zu unrecht mit negativen Beurteilungen versehen und natürlich hat Amazon ordentlich sein Fett wegbekommen. Ich persönlich hätte vom größten Onlinehändler mehr Professionalität erwartet. Wer die Angebote für 2 Stunden ausschreibt sollte diese zumindest einige Minuten verfügbar haben. Und nun soll mir keiner erzählen das die Jungs nicht hätten ahnen können welcher Andrang sie erwartet. Mir ist zwar sehr wohl bewußt das man mit solchen Kampfpreisen keine Gewinne erzielen kann, aber wenn man es nicht leisten kann sollte man es einfach besser lassen. Auch das man bisher keine offizielle Reaktion abgegeben hat ist irgendwie merkwürdig für einen Internethändler. Ich könnte mir gut vorstellen das ein “Tut uns Leid, wir haben uns vertan – hier gibt es einen 10€ Gutschein für jeden” schon viel geholfen hätte. Aber gut, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben – eventuell kommt ja doch noch etwas…

Ausblick

An sich ist dieser spezielle Shoppingtag ja eine gute Idee. Liveshopping ist sogar schon richtig etabliert in Deutschland und wenn man eine solche Reichweite wie Amazon hat könnte man sicher einiges bewegen – sofern man denn genug anbietet. Ich bin mir ziemlich sicher das es den Cyber Monday wieder geben wird, ich würde sogar erwarten dass man das öfter im Jahr veranstaltet. Allerdings gehe ich davon aus das solche Anfängerfehler nicht nochmals von Amazon begangen werden. Schließlich schaffen es die per Gesetz dazu verpflichteten Discounterketten ja auch ordentliche Stückzahlen ihrer “Meganagebote” vorzuhalten und zu finanzieren. Freilich, Amazon hat seinen Firmensitz nicht in Deutschland und kann so zumindest mehr oder minder an den Deutschen Regulierungen vorbei operieren, aber die Kunden sind eben genau diese Regeln gewöhnt und erwarten dann auch ausreichend große Stückzahlen.

Kategorie: Features von Enrico • 29.11.2010

Ähnliche Artikel

Werbung

Hinterlasse einen Kommentar