Pressemitteilungen und Blogger
Alle Jahre wieder wird dieses Thema aktuell, nach einer “Mini-Diskussion” auf Twitter hat Piet einen recht interessanten Artikel zum Thema “Die Sache mit den Pressemitteilungen an Blogger” verfasst und eine kleine Diskussionsrunde ausgelöst. Ich möchte dazu auch ein paar Worte verlieren da dieses Thema doch immer wichtiger wird.
Die Bloggerlandschaft wird von immer mehr Unternehmen und Agenturen beobachtet, klar Social Media Monitoring kommt ja auch so langsam in Deutschland an. Da im Gegensatz zu klassischen Publikationen die Meinungsbildung und -beeinflussung auf Blogs deutlich größer ist wird es auch für Unternehmen immer lukrativer eigene Meldungen zu neuen Produkten oder Aktionen dort zu publizieren. Doch so einfach ist das eben nicht. Wer seine Meldungen unkommentiert und ohne jegliche persönliche Anrede verschickt kommt bei einem Redaktionsteam vielleicht noch in die engere Auswahl zur Veröffentlichung. Das ist soweit auch ganz Okay, wurde ja schon immer so gehandhabt. Blogs und Blogger sind aber anders. Hier arbeiten in den seltensten Fällen Redaktionsteams und hier ist es auch nicht unpersönlich. Das ist ja der Vorteil! Hinzu kommt dass, zumindest in Deutschland, nur sehr wenige Blogger von ihrem tun leben können. Meist ist das bloggen ein Hobby oder Nebenprojekt und die Brötchen werden woanders verdient. Daraus resultiert natürlich auch ein sehr enges Zeitkontingent welches möglich effizient eingeteilt werden will.
Nun kommen also diese unpersönlichen Pressemitteilungen und sollen veröffentlicht werden. Das ist an sich auch nicht verwerflich und manchmal freut man sich sogar sehr darüber weil man sonst erst viel später von einer gewissen Aktion erfahren hätte. Meistens ist es aber so dass die Meldungen eher langweilig oder thematisch unpassend sind, schlichtweg weil man einmal im Verteiler gelandet ist und ab dann eben jede Mitteilung bekommt.
Piet führt nun an das es doch ganz nett wäre wenn man eine finanzielle Entschädigung erhalten würde, schließlich bedeutet so ein Artikel mit eigener Recherche ja Arbeit. Da hat er natürlich grundsätzlich Recht und wenn man dann von Agenturvertretern liest das wäre unüblich muss ich doch lachen. Wenn man möchte das ein bestimmtes Portal/Blatt über das eigene Thema berichtet wird oft genug mit Geld oder anderen Vergünstigungen nachgeholfen. Alternativ könnte sich Piet auch Produktproben aller Art vorstellen, sicher eine nette Idee die auch bereits von einigen Agenturen praktiziert wird.
Ich persönlich sehe aber auch noch andere Möglichkeiten wie man einen Blogger durchaus dazu bewegen kann über etwas zu berichten was er selbst nicht auf dem Schirm hatte. Angefangen natürlich bei einer einigermaßen persönlichen Ansprache, manch einer hat sich sogar wirklich mit meinem Blog beschäftigt
, finde ich es immer sehr gut wenn ich frühzeitig informiert werde. Denn dann habe auch ich etwas davon, muss mich in den Suchmaschinen nicht mit großen Newsportalen rumschlagen und veröffentliche das natürlich gern.
Warum dieser Weg sinnvoll sein kann? Nun, auch die Redakteure der “Großen” lesen viele Blogs um Trends erfassen zu können oder Storys zu übernehmen. Wenn nun eine Meldung schon auf einigen Blogs steht bevor die Pressemitteilung in den Verteiler geht wächst das Interesse diese zu veröffentlichen auch in der Redaktion – schließlich will man ja nix interessantes verpassen.
Fassen wir also mal kurz zusammen:
Passende Pressemitteilungen sind eine gute Sache, schließlich sind auch Blogger nur Menschen und können nicht alles auf dem Radar haben. Eine Veröffentlichung ist in der Regel von 3 Dingen abhängig:
- 1. Thematik
- 2. Mehrwert für den Blogger und seine Leser
- 3. passende Ansprache
Manche Blogs veröffentlichen sogar Rules of Contact um es den Anfragenden zu erleichtern und sich selbst zu entlasten – mir persönlich ist das allerdings zu statisch. Ich denke es ist einfach wichtig das man als Blogger eine gewisse Wertschätzung erfährt und nicht einfach nur mit Meldungen überflutet wird in der Hoffnung irgendwann veröffentlicht er schon was…





Hi! Wir haben uns gestern auch mit dem Thema befsst bei Tipblog. Ich finde auch, dass Blogger durchaus mit geradem Rücken ein Honorar verlangen können, bei allem, was sie in ihrem Blog bearbeiten.
Ich kenne auch die PR Sicht der Dinge und finde, dass sich das Bewußtsein gerade erst entwickelt, als PRler oder Marketer mit seinem Auftraggebern ein Budget speziell für Unique Content Artikel in Blogs festzulegen. Ich mache das so in meinen PR-Kooperationen und da die Preise für UC doch recht zivil sind, hat es da auch noch nie ein Problem gegeben. Ich würde mich mies fühlen, einen Blogger NICHT zu honorieren, blogge ja selbst:-).