Marketingideen für Opel frei Haus

Opel geht es nicht gut. Daran ist aber nicht die Finanzkrise schuld und auch nicht der böse Markt (VW zeigt ja wie es geht) sondern zum Großteil das grottige Marketing. Kai hatte vor kurzem in einem Artikel dargestellt dass die Social Media Bemühungen von Opel unausgegoren wirken und wohl auch sind. Dabei versucht man doch in Rüsselsheim gerade die junge Zielgruppe zu erreichen, will endlich vom altbackenen Image weg. Von dem Rostdesaster fange ich lieber erst gar nicht an. Nun, was hat man also getan? Opel verpflichtet Lena Meyer-Landrut um bei den “Jüngeren” zu landen. Blöd nur dass eben diese Lena nicht wirklich zur anvisierten Zielgruppe passt, ein Sieg in Oslo macht eben doch keinen Popstar. Zudem wird auch im Hause Opel gebloggt, aber ich muss ehrlich gestehen dass ich ohne Kais Artikel nicht auf diese Blogs aufmerksam geworden wäre – also ganz klar Thema verfehlt. Denn wer sich eh schon für Opel interessiert kann nicht das Ziel sein. Kundenbindung ist eine gute Sache und muss auch betrieben werden, aber an Opels Stelle darf es doch ruhig etwas mehr sein. Daher fehlt hier ganz eindeutig die Reichweite.

Nun hat Kai etwas mehr Zeit als manch anderer übrig und macht sich eben so seine Gedanken. Dabei kommt dann ein durchaus interessanter Ansatz heraus mit dem Opel die ersehnten jungen Menschen eigentlich ganz easy erreichen könnte. Wer es nicht schafft online an die Menschen zu kommen besucht sie eben. Autos baut Opel ja selbst, fehlen nur noch ein paar kommunikative Fahrer die sich auf Deutschlandtour begeben. Ich behaupte jetzt mal ganz frech dass es ausreichen würde 20 – 25 Blogger zu besuchen und denen einen Opel für ein Wochenende oder eine Woche zum testen zu überlassen. Gut ausgewählt erreicht man so mindestens 70% aller deutschen Blogleser und hat einen sehr, sehr geringen Aufwand.

Wenn ein paar Euro mehr in der Kasse sind könnte man noch ganz andere Ideen spinnen. Ich denke da an eine Art Markenbotschafter (habe ich bei Rittersport geklaut :D ) denen für einen längeren Zeitraum ein Fahrzeug überlassen wird. Die Wahl des Fahrzeugs fällt aber nicht Opel oder der Blogger, sondern richtet sich danach was der Blog aktuell abwirft. Wer also um die 200 Euro im Monat mit seinem Blog verdient bekommt einen Corsa, bei über 300 Euro ein Astra und so weiter (sicher sollte man hier eine Grenze ziehen). Dann gibt es für ein halbes Jahr Erfahrungsberichte wie es denn mit dem Opel der (theoretisch) von den Blogeinnahmen rausspringt so läuft. Wenn man die Fahrzeuge noch schick beschriftet und am Ende für einen guten Zweck versteigert knallts nach einem halben Jahr auch nochmals in der PR-Ecke.

Was das einbringt? Ich denke auf diese Art und Weise bekommt Opel bunte, authentische und interessante Kundenfeedbacks die sich zudem kostenlos an die Zielgruppe verteilen. Dass Opel keine schlechten Autos baut ist mir zwar bekannt (die kleine Schwester fährt einen Corsa) aber das Image ist eben eher bieder. Holt man aber ein paar junge Leute ins Boot die dann über ihre “Abenteuer” mit dem Opel schreiben wird auch das Markenimage aufpoliert.

Mut ist also gefragt liebe Rüsselsheimer, denn mit der gleichen Leier wie bisher wird sich wenig verbessern. Klar sind die Ideen hier alles andere als ausgegoren, mir liegen auch keine Marktforschungszahlen vor und eigentlich habe ich ja keine Ahnung – aber hey, genauso geht es all den potenziellen Opelkäufern auch :)