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Das Social Media Release – quo vadis?

Pressemitteilungen sind seit Ewigkeiten ein probates Mittel für Unternehmen im Gespräch zu bleiben und/oder Neuigkeiten unters Volk zu bringen. Und auch Journalisten sind oft ganz froh darüber, verringert es doch den eigenen Rechercheaufwand. Nun erleben wir seit einigen Jahren einen Wandel in der Medienwelt, dem Internet sei Dank. Selbst im verbohrten Deutschland gibt es einige Blogger die eine enorme Reichweite vorweisen können und schon allein deshalb auch für PR-Agenturen interessant sind. Aber auch die kleineren Blogs mit lediglich einigen zehntausend Besuchern im Monat sind durchaus eine interessante Umgebung um seine Pressemitteilung zu platzieren.

Doch gibt es da ein paar Probleme die aus der Arbeit mit den alten Medien nicht bekannt sind. Neben der fast religiösen Ablehnung gegenüber Werbung die auch Heute noch bei manchem Blogger vorherrscht ist es vor allem die Ansprache und der erwartete Aufbau einer solchen Mitteilung. Schließlich leben wir im mulitmedialen Zeitalter und da erwarte ich einfach neben Text und Bild auch gern mal ein Video oder andere nette Inhalte. Zudem kommt in Zeiten von Facebook und Co auch die Erwartung einer Präsenz dort. Der Gedankengang veränderter Anforderungen ist nun aber wahrlich nichts neues, bereits in 2006 (!) gab es Überlegungen, Diskussionen und Anleitungen für ein Social Media Release. Und was hat sich seitdem getan? Aha, irgendwie nur sehr wenig.

Must Have im SMR

Wie bereits erwähnt erwarte ich als Blogger ein bisschen mehr als nur eine Pressemitteilung wenn ich schon darüber schreiben soll. Dabei muss es, zumindest für mich, nun nicht diese aufgeblähte Vorlage sein. Aber so ein paar Dinge daraus sind schon wichtig.

1. Überschrift, Zusammenfassung, Text

Wer ausschließlich mit der Überschrift punkten mag und mich dann schon mit seinem Text erschlägt wird oft schlechte Karten haben. Eine kurze Zusammenfassung aus 3 bis 5 Sätzen ist schon wichtig. Danach kann ich schnell entscheiden ob das für mich passt oder nicht. Danach dann bitte der Text, mit ordentlich gekennzeichneten Zitaten usw.

2. Bild- und Videocontent

Bilder gehören ja auch zu einer guten Pressemitteilung, Videos gehören ins Web. Das Video hätte ich gern bei YouTube (und bitte nicht gesperrt, schließlich mag ich es einbetten) und die Bilder sollten in einer webfähigen Auflösung angehangen oder auf Flickr (zum Beispiel) zum Download stehen. Ganz wichtig ist für mich auch eine klare Lizenzlage. Ich werde mich ganz sicher nicht auf irgendwelche schwammigen Dinge einlassen!

3. Unternehmensdaten, Kontakte, Profile

Über wen soll ich denn schreiben? Wen kann ich mit Fragen löchern? Welche Profile im Web hat das Unternehmen? All dies bitte möglichst einfach und verständlich aufgelistet, dann bin ich schon glücklich!

4. Links, Links, Links

Ein Blogartikel der auf einem Social Media Release soll möglichst gut werden. Dafür braucht es Informationen über die Mitteilung hinaus. Hier sollten also alle Links die mit dem Thema zu tun haben stehen. Frühere, vergleichbare, ähnliche, andere Dinge – hier darf dem Blogger ruhig mal das googeln abgenommen werden. Ebenso schön ist hier ein Feed bzw Google-Alert mit allen Artikeln die dieses Thema bereits behandeln. Eventuell möchte ich mich ja auf den Bericht eines anderen Blogs beziehen. Wer diesen Bereich selbst aktuell halten will kann auch gern auf einen Bookmarkservice verlinken in dem alle relevanten Links, bitte vernünftig getaggt, vorgehalten werden.

So, das ist jetzt zwar etwas weniger umfangreich als die Grundidee des Social Media Release, aber dafür wurde mittlerweile ja auch der Social Media Newsroom erfunden ;) Aber mal im Ernst, so wie hier beschrieben stelle ich mir eine Mitteilung vor. Dann macht es auch Spaß damit zu arbeiten und die Wahrscheinlichkeit einer Veröffentlichung steigt immens.

Zum Schluss das liebe Geld

Bei vielen Zeitungsverlagen ist es mehr als üblich dass Unternehmen Anzeigen buchen und dann bei Pressemitteilungen bevorzugt behandelt werden. Auf diese Art und Weise fließt den Redaktionen einiges an Geld zu und die Unternehmensmitteilungen erhalten ihr Gehör. Dieses ungeschriebene Gesetz ist natürlich auch vielen Bloggern bekannt und so wundert es nicht dass immer und immer wieder solche Artikel wie dieser und dieser erscheinen in dem sich Blogger darüber beschweren nichts vom Kuchen abzubekommen. Auch hier sollten sich die PR-Agenturen Gedanken machen wie man denn dem Blogger entgegen kommen kann. Das muss nicht immer Geld sein, eine Einladung zu einem netten Event oder ähnliches reicht manchmal auch. Oder ein paar Testprodukte zum verlosen. Oder, oder, oder. Seid kreativ ;)

Kategorie: Top Thema von Enrico • 27.06.2011

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3 Antworten »

  1. und jetzt mal Karten auf den Tisch Enrico ;-)
    Wie oft bekommst Du genau so eine Pressemitteilung vorgestellt, über die Du dann auch berichten kannst? Ist wohl eher die Ausnahme, wie es scheint?

  2. Moin Jan,

    genau, es ist die Ausnahme. Deswegen habe ich ja auch den Beitrag verfasst ;) Ganz oft gibt es tolle Videos und viel mehr interessanten Content., Er wird aber einfach nicht erwähnt oder ist nur schwer zugänglich.

    Damit fallen diese Meldungen in der Regel eben durch, Pech gehabt und Reichweite verschenkt.

  3. Lieber Blogger,

    du schreibst: Auch hier sollten sich die PR-Agenturen Gedanken machen wie man denn dem Blogger entgegen kommen kann.

    Soweit so gut. Ich verstehe dich irgendwo und irgendwie.

    Aber ein Blogger sollte neutral sein und nicht auf Einleitungen angewiesen sein. Je neutraler er ist, desto besser ist er. Und je besser er ist, desto mehr (neutrale) Werbung bekommt er.

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