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Bald KSK-Abgabe auf Blogwerbung?

Die Künstlersozialkasse (KSK) ist vielen aus der Kreativbranche, gerade im Web-Bereich, noch sehr gut bekannt und oft auch ein Dorn im Auge. Denn obwohl es recht schwierig ist dort Mitglied zu werden fallen auf jegliche Kreativleistungen (auch Webdesign, egal wie schlecht es ist) die Beiträge für die KSK an. Unabhängig davon ob der Dienstleister selbst Mitglied dort ist und damit die Vorteile der KSK genießen kann. So langsam hatte sich nun der Ärger darüber gelegt und es wird eben akzeptiert was nicht zu ändern ist, erinnert irgendwie an die GEZ.

Doch nun gibt es einen interessanten Gerichtsentscheid der auch für Blogger gelten kann. Im Urteil des Bundes Sozial Gericht (BGS) heißt es:

Ein Online-Journalist, der seine Texte gratis zugänglich auf einer eigenen Website publiziert und sein Einkommen weit überwiegend mit Werbeeinnahmen für diese Internetseite bestreitet, müsse in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert werden…

und weiter:

Die Bundesrichter werteten die Website des Klägers als ‘virtuelles Gesamtprodukt’, bei dem die Werbekunden mittelbar für erfolgreiche journalistische Arbeit zahlten.

Quelle: http://www.ad-hoc-news.de/gericht-staerkt-soziale-absicherung-von-online-journalisten–/de/News/22302373

Dies bedeutet dass ein Blogger der einen Großteil seiner Einkünfte, aber mindestens 3.900 € jährlich (!), mit der Werbeschaltung auf seiner kostenfrei zugänglichen Website erzielt in der KSK versichert werden können muss. Das ist für den betreffenden Blogger (Publizisten) erstmal eine gute Sache, sind die Leistungen doch recht ansehnlich (die KSK übernimmt quasi den “Arbeitgeberanteil” der Sozialversicherungsbeträge). Also eine günstige Absicherung für professionelle Blogger.

KSK treibt ihr Geld immer ein

Wer solche Leistungen anbietet hat natürlich einen erheblichen Finanzbedarf, irgendwo muss das Geld ja herkommen. Zahlungspflichtig sind sogenannte Verwerter. Also jene die durch die erbrachte Kreativleistung (das bloggen) einen geldwerten Vorteil erzielen. Womit wir bei den Werbetreibenden wären. Diese sind letztlich ganz gut vergleichbar mit einem Kunden eines freiberuflichen Webdesigners, der muss nämlich auch Abgaben an die KSK zahlen. Somit werden wir vermutlich bald einen Preisanstieg aus Sicht der Werbekunden im Bereich Blogwerbung haben. Entweder sinkt damit der Ertrag des Bloggers oder die Werbung auf Blogs wird unattraktiver.

Schade eigentlich, waren doch auch wir Deutschen gerade auf einen ganz guten Weg. Diese Abgabe ist im Moment zwar nur eine Vermutung meinerseits, ich kann mir aber nur schwer vorstellen dass die KSK jetzt mal eben Online-Publizisten aufnimmt ohne an gleicher Stelle die Hand aufzuhalten. Je nach Höhe der Abgabe wird sich dadurch dann eben, wie bereits erwähnt, der Markt der Blogvermarktung verändern.

Kategorie: News von Enrico • 22.07.2011

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