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Mein Tag bei Coca Cola Deutschland

Manch treuer Follower hat es letzte Woche vielleicht schon mitbekommen: Ich war bei Coca Cola Deutschland. Fischer Appelt hatte zu einer „Bloggerrunde“ geladen und ich bin dem Ruf nach Berlin gefolgt. Neben einem Meet & Greet gab es auch ein konkretes Thema: Die Plant Bottle für Vio. Damit ihr auch wisst was das ist kurz meine Gedanken und Informationen dazu:

Die Vio Plant Bottle

Plastik ist ein großes Problem unserer Zeit. Nicht nur dass quasi überall auf der Welt tonnenweise Plastikmüll herumliegt und sich eben nicht (zumindest nicht in absehbarer Zeit) wieder abbaut, nein es wird munter weiter neuer Kunststoff hergestellt. Dafür braucht es aber Öl und es werden Unmengen an CO² in die Umwelt geblasen. Einer der überraschenden Fakten die ich in Berlin lernen durfte: Eine einzige PET-Flasche erzeugt fast 3 KG CO². Ein fast schon perverser Wert. Nun haben wir uns in Deutschland zwar mit dem Einwegpfand zumindest dahin bewegt dass die Flaschen nicht mehr im Hausmüll landen, allerdings löst man damit keine Probleme. Coca Cola versucht nun zumindest einen kleinen Teil des Problems anzugehen und startet mit der Plant Bottle. Das tolle an dieser Flasche ist dass darin nur noch gut die Hälfte an neuem PET (Kunststoff) enthalten ist. Der Rest setzt sich aus recyceltem und biologisch erzeugten Ausgangsstoffen zusammen. Klar, das ist jetzt nicht das Wundermittel dass unser Müll- und/oder Ölproblem löst, aber es ist ein Anfang. Und das war übrigens das schöne in Berlin: Niemand hat sich für diese Flasche feiern lassen. Es wurde bewußt tief gestapelt und immer wieder betont dass es lediglich ein Anfang ist. Mittelfristig möchte man sogar dazu kommen die Flaschen komplett aus Bio-Material herstellen zu können.

vio plant bottle 605x403 Mein Tag bei Coca Cola Deutschland

Wer in Zukunft also Vio kauft sollte mal auf die Verpackung achten, dort ist auch nochmals schön erklärt wie es sich mit der Flasche und deren Herstellung verhält. Ich muss ehrlich zugeben dass Chemie noch nie mein Thema war, daher verzeiht mir bitte den etwas kurzen und vor allem oberflächlichen Ausflug in das Thema.

Probleme eines Konzerns

Die lockere Atmosphäre in Berlin hat zu einer wirklich interessanten Diskussion geführt. Denn Coca Cola hat neben der Entwicklung eines solchen Verfahrens auch ein Öffentlichkeitsproblem. Also nicht Coca Cola allein, es geht im Prinzip jedem Unternehmen dass eine gewisse Größe erreicht hat. Denn im Grunde erwarten wir ja von solchen Konzernen dass sie innovativ voran gehen und natürlich jetzt auch total umweltfreundlich sind. Was passiert wenn man nicht jeden Aspekt genau geprüft hat und dann mit seinen Innovationen wirbt erfährt gerade Danone am eigenen Leib, die werden jetzt von der Umwelthilfe wegen „Verbrauchertäuschung“ verklagt (LINK). An sich eine blöde Sache, denn der besagte Becher benötigt eben andere Infrastrukturen (die es teils noch nicht gibt) und es geht denen letztlich um die CO² Bilanz des Bechers. Ich finde dieses Vorgehen bedenklich, denn es hat eine negative Signalwirkung an andere Unternehmen.

Aber das ist ja nichts neues, denn nicht nur wenn es um Umweltschutz geht werden Nachrichten die ein Unternehmen in gesellschaftlich positivem Licht erscheinen lassen gern ignoriert oder besonders kritisch beäugt. Neulicher Höhepunkt war für mich das wegpixeln der Sponsorenlogos durch die taz. Im übrigen habe ich in Berlin erfahren das Coca Cola im Breitensport sehr viele Dinge unterstützt, allerdings liest man auch davon sehr wenig bis gar nicht.

Fazit

Es war ein schöner Abend mit netten und interessanten Menschen und vor allem wunderbaren Einblicken in die Gedankengänge und Problematiken eines solchen Konzerns. Wie so oft ist die Zeit das größte Problem, schließlich gibt es so viele Dinge über die man sich austauschen könnte und möchte. Ich bin nun sehr gespannt wie die Plant Bottle nun auf dem Markt ankommen wird und bis wann es geschafft wird die Flasche komplett ohne Öl oder Gas herzustellen.

Kommentare geschlossen.

8 Kommentare

  1. 3KG CO²????
    Das ist ja wirklich krass! Das hätte ich auch nicht für möglich gehalten. Ich kaufe selbst nur Wasser in diesen Einweg-Pfandflaschen und jetzt komme ich mir irgendwie schuldig vor, wie ich das hier lese. Ist es dann besser wieder auf Mehrweg-Glasflaschen umzusteigen? Die werden immerhin mehrmals verwendet, bevor sie wieder eingeschmolzen werden.
    Ich finde es aber wirklich gut von Coca-Cola, dass sie mit gutem Beispiel vorangehen und versuchen etwas zu verbessern und wenn es nur ein paar Prozent Bio-Kunststoffe sind! Daumen hoch 😉

  2. Naja, wie schon gesagt geht es da um die CO²-Bilanz. Und die ist bei den deutlich schwereren Glasflaschen jetzt nicht zwingend besser.

  3. Ja, wirklich immerhin ein Anfang, der hoffentlich mit gehöriger Signalwirkung vorausgeht. Hoffentlich lassen sich in diesem Verpackungssegment bald immense Fortschritte verzeichnen.

  4. Von Coca Cola hätt ich so ein Umweltbewusstsein gar nicht erwartet! Das subjektive Image solcher großen Unternehmen ist bei mir ja immer eher negativ.
    Aber klasse, dass es jetzt solch lobenswerte Bestrebungen gibt! Hat bestimmt Zukunft!

  5. Das hört sich wirklich gut an. Respekt CC, andere reden nur heiße Luft, ihr tut wirklich was. Und das, ohne es an die große Glocke zu hängen.

  6. @ Nic

    Das Problem der Signalwirkung liegt insbesondere auch an unserer Gesellschaft und den Medien. Wer jetzt wieder beginnt die Nadel im Heuhaufen zu suchen schreckt andere Unternehmen wohl eher ab, schließlich sollte man beachten dass solche Entwicklungen eine Menge Geld kosten. Auch wenn ich weder Coca Cola noch ein anderes Unternehmen jetzt heilig für solche Bemühungen sprechen werde sollte man einfach mal sagen können: Das ist gut.

    @ Gussie & Samuel

    Coca Cola macht das letztlich auch nicht aus reiner Nächstenliebe, aber man hat erkannt dass etwas getan werden muss wenn auch in den nächsten 125 Jahren Produkte hergestellt und verkauft werden sollen. Daher läuft das Ganze auch eher unter dem Stichwort Nachhaltigkeit als nur Umweltschutz oder CO²-Reduktion.

  7. Genau! Wer glaubt, dass ein Großkonzern irgendwas aus reiner Nächstenliebe macht, der irrt sich gewaltig.

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