Medienkompetenz statt Verbotsorgien
Die mehr als anhaltende und nervende Debatte diverser Datenschützer unseres schönen Landes ist, zumindest für mich persönlich, kaum noch auszuhalten. Ich habe da immer das Gefühl dass meine Mitbürger für völlig hirnamputiert gehalten werden und man einfach alles verbietet damit ja niemand Dummheiten im Web anstellen kann (wobei man hier hellhörig wird sobald es an die eigenen Präsenzen geht, wie zum Beispiel unserer Angela Merkel auf Facebook). Während sowohl Behörden als auch Politiker irgendwie nicht auf die eigentlich naheliegende Idee kommen schon die kommenden Generationen vernünftig auf die Möglichkeiten und Gefahren des Internet aufzuklären muss es also mal wieder der Innovationsgeist einer Uni in Verbindung mit Geldern aus der Privatwirtschaft tun. Ein Fakt der mir persönlich fast schon weh tut, das ist einfach nur peinlich für unsere Regierung. Aber gut, genug gejammert – in diesem Beitrag soll es um das Projekt Netzdurchblick.de gehen.
Ein Projekt der HAW Hamburg bzw. einer Gruppe dort Studierender und einiger Firmen die das Projekt unterstützen. (Übrigens schlimm dass ich das erst jetzt gefunden habe) Das Angebot richtet sich an 12 bis 16 Jährige und zeigt auf zielgruppengerechte Art und Weise die Gefahren im Web auf, gibt Tipps zum Umgang damit und hilft dabei die komplexen Prozesse und Zusammenhänge zu verstehen. Ich kann diese Initiative eigentlich nicht genug loben und bitte hiermit auch jeden Leser dieses Beitrags darauf hinzuweisen. Twittert, liked, bloggt darüber – es lohnt sich.
Solche Services sind aus meiner Sicht der richtige Weg um in Zukunft Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu haben die ausreichend “geschult” sind im Umgang mit dem Web.
Mit dem Spot: “Check Dein Profil, bevor es andere tun” geht jetzt ein Spot im Kino online der auf witzige und klare Art deutlich macht wie ein leichtsinniges Profil in einem sozialen Netzwerk aussehen kann bzw welches Bild es von einem Menschen zeichnet. Ich glaube solch ein Spot kommt gut an und weckt Interesse am Thema, aber schaut einfach selbst:




Witzig, aber irgendwie auch bedenklich. Ein Bekannter von mir hat gerade ein Absage für ein Job bekommen, weil der Personalleiter im Internet einige Altlasten gefunden hat. Die waren zwar schon 3 Jahre alt, reichten aber für ein schlechtes Bild.
[...] (via) swfobject.embedSWF("http://www.youtube.com/v/n1TroNdzbWg&rel=0&fs=1&showsearch=0&showinfo=0", "vvq-10969-youtube-1", "630", "384", "10", vvqexpressinstall, vvqflashvars, vvqparams, vvqattributes); [...]
Ich halte von diesem Spot nichts. Warum sollte man seinem zukünftigen Arbeitgebern Charaktereigenschaften verheimlichen? damit er später enttäuscht wird? Bei einem Bewerbungsgespräch geht es doch darum Menschen kennen zu lernen die den Job ausüben können und soziale Kompetenzen besitzen z. B. mit Kunden und Mitarbeitern klar zu kommen und dabei den Ruf des Unternehmens nicht zu gefährden.
Für Arbeitgeber ist es doch eine große Hilfe zu sehen wen man sich da in Haus holt. Anders herum informieren sich Bewerber im Netz auch über die Reputation vom Unternehmen.
Markus, es geht dabei nicht darum sich zu verstecken oder nicht sein “wahres” ich zu zeigen.
Aber Du willst mir doch nicht erzählen dass Du bei einer Bewerbung ein Video oder Bilder der letzten Party, auf der Du total besoffen warst und dich daneben benommen hast, beifügst
Und da insbesondere Jugendliche Probleme damit haben die Folgen eines einfach Bilduploads abzuschätzen ist diese Initiative sehr wichtig.
Die Sichtweise ist sicher völlig ok und das Projekt der HAW Hamburg macht auf jeden Fall auch Sinn. Nur sehe ich die Gefahr mittlerweile eher auch direkt von den Betreibern selbst, sprich den immer mehr zu Datenkraken mutierenden Google und Facebook. Was die neue Facebook Timeline so alles für den Datenschutz bedeutet, hat wohl immer noch nicht so richtig jeder Nutzer kapiert – auch wenn sich laut einer Studie schon 32 Prozent mit einer Löschung ihres Facebook-Accounts befassen: http://www.newscentral.de/facebook-timeline-chronik-aktivieren-3488 Schöne neue digitale Welt, sage ich dazu nur…