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Der allgemeine Wahlkrampf im Web

Ich hatte die Tage schon vom schlechten YouTube-Auftritt von „Die Linke“ berichtet. Daraufhin bekam ich in einer Facebookgruppe ein Video der SPD Reutlingen präsentiert, das ist so unglaublich dass ich es niemanden vorenthalten möchte:

Wählt alle Rebecca Hummel. Die kann wenigstens Marmelade kochen (wenn auch kein Hochdeutsch). Und, jetzt kommts, es gibt auf dieses Video sogar eine Videoantwort. So ein richtiger Anflug von Social Media, wenn auch offenbar völlig unbeachtet. Könnte an den Farben liegen. Die JuLis Thüringen haben aus dem „Rot schmeckt gut“ von Rebecca Hummel ein „Roh schmeckt gut“ gemacht:

Wer jetzt glaubt peinlicher kann man Wahlkampf im Web nicht betreiben, der hat dieses Foto offenbar noch nicht gesehen:

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Die Agentur „Die Wegweiser“ hat die Übereinstimmung gefunden. Kann passieren, sollte es aber nicht. Zumindest nicht auf dieser Ebene.

Wie Richard Gutjahr auch berichtet ist es eher ein Nicht-Wahlkampf. Die Fehltritte der einzelnen Regionalverbände beruhen meiner Ansicht nach auch auf einem echten Kommunikationsproblem. Was „die da“ in Berlin machen geht doch uns in Stuttgart nichts an. Und so Videos auf YouTube sind doch total hipp.

Sorry liebe Parteifreunde der Bundesrepublik, „so Videos“ sind nicht hipp. Insgesamt sind die Videos der Parteien offenbar sehr weit weg vom Wähler, was wiederum passt da die Parteien selbst den gleichen Anschein erwecken. Und so wundert es nicht, dass das beste Wahlvideo nicht von einer Partei sondern von der IG Metal kommt. Wer es noch nicht gesehen hat:

Aber nicht nur die Videos auf Youtube verfehlen den gewünschten Effekt. Ich höre ganz oft, dass die Aussagen der Parteien entweder völlig profillos sind oder sich darauf stützen, eine andere Partei schlecht zu reden. Und was soll ich sagen: Das stimmt zum Großteil.

Nimmt man dann noch Webangebote wie das der FDP zur Hand, deren total lustiges Onlinespiel „Kostet Rot/Grün Sie das letzte Hemd?“ erstens kein Spiel sondern ein Fragebogen und zweitens überhaupt nicht lustig ist (Link) dann kommt man wirklich ins grübeln wer sich soetwas ausdenkt.

Funfact am Rande: Die (neue) Website unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel, also der Frau die das Internet vor kurzem als Neuland bezeichnete, ist richtig gut. Angenehm zu betrachten, optisch gelungen – und das für einen Pionier 😉

Grundsätzlich ist es natürlich so, dass es für diesen Großteil an Nichtinhalten einfach kein gutes Marketing gibt. Und das ist echt schade.

Trotzdem: Geht wählen. Was auch immer.