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Blogger Relations: Gespräch mit Johannes Winter von Condor

Zum Thema Blogger Relations gibt es derzeit bei Mike eine interessante Blogparade, an der ich später mit einem eigenen Artikel teilnehmen werde. Unabhängig davon hatte ich aber kürzlich das Vergnügen mit Johannes Winter von Condor (Thomas Cook Airlines) zu sprechen. Er ist dort Head of Communications und damit verantwortlich für die Airlines der Thomas Cook Group in Deutschland, England, Belgien und Skandinavien. Mich persönlich hat vor allem Condor in Deutschland interessiert.

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Copyright: Condor

Zunächst möchte ich mich für die wirklich schnelle Reaktion auf meine E-Mail bedanken, auch wenn es letztlich dann ein paar Tage gedauert hat ehe wir beide „in Ruhe“ telefonieren konnten (was auch an mir lag). Ich hatte dann keinen speziellen Fragenkatalog, im Prinzip haben wir einfach ganz locker über Condor und die Arbeit mit Bloggern gesprochen, im folgenden versuche ich jetzt mal einen Artikel zu stricken der das Ganze vernünftig zusammenfasst.

Aus der Sicht von Herrn Winter hat sich mittlerweile auch in Deutschland die Bloggerszene in großen Teilen professionalisiert, was die Zusammenarbeit in der Regel einfacher und produktiver macht. Condor ist dabei überaus interessiert an gemeinsamen Projekten mit Bloggern, man sieht sich da aber noch in einer Art Experimentierphase. Allein diese offene Ansicht fand ich persönlich sehr interessant, stellt man dadurch doch keine unerreichbaren Erwartungen an die Ergebnisse. Condor profitiert dabei von der offenen Art, jede Anfrage wird dort zumindest geprüft und dann weiter erörtert. Und so zeigt man sich in Frankfurt auch erfreut, dass viele Blogger mit sehr interessanten Projektideen an die Airline herantreten. Besser kann es eine Marke natürlich kaum haben, wenn potenzielle Multiplikatoren auch noch die Projekte, oder zumindest die Grundidee dazu, mitliefern.

Wer sich jetzt auch dazu berufen fühlt: Auch die Thomas Cook Group muss auf die Zahlen achten, daher ist es um ein vielfaches wahrscheinlicher dass ein Projekt in der Nebensaison der jeweiligen Destination klappt als zur Hauptsaison. Das ist aus meiner Sicht nur verständlich, schließlich sollte es in erster Linie bei der Zusammenarbeit von Bloggern mit Marken auch um die Idee und nicht den Benefit für den Blogger gehen. Wenn Unternehmen Geld verschenken wollen bieten sich dafür andere Möglichkeiten.

Ein großes Problem für eine Airline, das dürfte nicht nur für Condor gelten, ist natürlich die Berichterstattung als solche. Ein Flug allein ist nur selten ein echtes Thema für Blogger, oft geht es ja um Gesamtprojekte wie Urlaubsziele, das Essen dort, bestimmte Events, die Kultur und andere Sehenswürdigkeiten. Da der Flug dabei im Prinzip nur Mittel zum Zweck ist, fällt die Airline auch gern mal „hinten runter“. Bei Fernzielen ist das insbesondere deswegen ärgerlich, da eben jener Flug dabei das teuerste Produkt ist. Dazu kommt, dass am Flughafen auch gern mal etwas schief geht. Nicht immer ist die Airline daran schuld, als ich dieses Jahr in Paris war wurde der Flughafen wegen einer Bombendrohung geräumt, mein Flug nach Düsseldorf hatte Verspätung was wiederum zu einer Kette von Problemen und einer sehr späten Ankunft in Leipzig führte. Ärgerlich, aber sicher nicht der Fehler von Lufthansa. Es gilt also ein ordentliches Briefing für den/die Blogger zu stellen, es gibt so viele Informationen die man als „normaler“ Fluggast niemals bekommt.

Ein wichtiges Kommunikationsziel von Condor ist übrigens der Spritverbrauch. Laut Herrn Winter liegen die deutschen Fluggesellschaften hier bei ca 4 Litern pro Passagier auf 100 KM im Durchschnitt, bei Condor sind es sogar unter 3 Liter. Ein eigentlich richtig guter Wert, wenn man ein Auto zum Vergleich heran zieht. Und damit liegt Condor laut Atmosfairranking auf Platz 6 weltweit, auch wenn die Bild das Heute nur in der Übersicht erwähnt, während TUI und Lufthansa auch redaktionelle Erwähnung finden. Unabhängige Berichterstattung gibt es eben nicht überall, auch eine Herausforderung für die Kommunikationsabteilung.

Selbstverständlich geht Condor auch mit eigenen Projekten aktiv auf Blogger zu, besonders interessant sind dabei Blogger mit Themengebieten Mode, Kind, Food und natürlich Reise – also alles was sich einfach mit Urlaub, Reise, Erholung und Lifestyle verbinden lässt. Natürlich, und das war Herrn Winter wichtig, ist man nicht auf diese Sparten beschränkt – wenn sich etwas interessantes ergibt. Ein aktuelles Projekt ist zum Beispiel gerade ein Kinderdorf in Brasilien, das über Gelder von Help-Alliance und Contribute (Nachhaltigkeitsprogramm von Condor) finanziert wird. Dazu wird es auch eine Bloggerreise geben, die sich eben nicht mit Urlaub oder Kultur sondern mit dem CSR Teil von Condor beschäftigt. Allein schon deshalb interessant, da man dort sehen kann was denn mit dem Geld aus den Sammeltaschen tatsächlich passiert 😉

Insgesamt habe ich einen interessanten Einblick zum Thema Blogger Relations bei Condor bekommen und glaube dass das dort eben wirklich als partnerschaftliche Zusammenarbeit gesehen werden. Vielen Dank nochmals für das interessante Gespräch an Herrn Winter.

 

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