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Ganske Verlag packt das Internet in einen Beileger

Es ist Weihnachtszeit und in unserer Gesellschaft ist es eben üblich Familie und engen Freunden etwas zu schenken. Für solche Fälle liebe ich das Internet, da es meine völlige Nullinspiration beim schenken zu verdecken weiß. Insbesondere Pinterest habe ich hier für mich entdeckt, einen Abend lang dort stöbern und bestellen und stöbern und bestellen und schon ist die Pflicht erledigt. Tolle Sache (und btw ein Grund für euch Shopbetreiber dort mitzuspielen!). Doch, und das stelle ich in meiner täglichen Arbeit immer wieder selbst fest, längst nicht alle Deutschen sind so internetaffin. Broschüren und Kataloge haben weiterhin ihre Berechtigung und dementsprechend sind die Briefkästen weiterhin mit Papier zugestopft. Der Ganske Verlage packt in seinen Titeln „A&W Architektur & Wohnen“, „ZUHAUSE WOHNEN “, „FÜR SIE“ und „DER FEINSCHMECKER“ nun noch ein paar Gramm mehr Papier dazu, „Fundstücke“ heißt der neue Beileger.

fundstücke 426x605 Ganske Verlag packt das Internet in einen BeilegerUnd witzigerweise macht der nichts anderes, als es zahllose Blogs oder eben auch Pinterest tun. Interessante Inhalte sammeln, aufbereiten und einigermaßen sortiert dem Leser präsentieren. Nur eben dem Leser, der nicht selbst Blogs besucht. Oder Pinterest. Gespickt wird das Heft auch immer wieder von lokalen Empfehlungen, es muss also nicht alles im Internet gekauft werden. Insgesamt portiert man hier ein über Jahre erprobtes Erfolgsrezept aus dem Internet in eine Printpublikation, warum auch nicht.

Aber auch aus Verlagssicht dürfte das ein lohnendes Projekt sein. Die Recherche nach neuen Inhalten dürfte nicht sonderlich aufwändig sein und sofern das Format beim Leser ankommt (und hey, Shoppingtipps gepaart mit Gutscheinen und Gewinnspielen, das kann praktisch nicht floppen) hat man so ein sicherlich sehr rentables Anzeigenblättchen entworfen.

Ideen müssen ja nicht immer neu sein, sondern lediglich auf das eigene Geschäftsmodell angepasst und, das ist der entscheidende Teil, dann auch umgesetzt werden. Wie lange es dauert, ehe die Leser dann selbst im Internet nach solchen Informationen suchen wird sich zeigen. Ich persönlich hätte das Modell um eine Onlineplattform erweitert, dann würde man bei der Transformation der Leser gleich mit einem eigenem Angebot parat stehen. Aber ich arbeite auch nicht in einem Verlag, es gab sicher gute Gründe es nicht zu tun.