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Corporate Social Media wird in Deutschland lustig

Nachdem insbesondere deutschen Marken gern der sprichwörtliche Stock im Popo auf Plattformen wie Facebook und Twitter nachgesagt wurde etabliert sich nach und nach ein angenehm frisches Selbstbewußtsein und daraus folgend zahlreiche witzige Dialoge. Nicht nur zwischen Marke und Kunden sondern auch immer mehr zwischen Marke und Marke. So kaperte Ikea Gestern das bereits bekannte Hashtag #followmeto für einen Post:

Mit etwas Verzögerung folgten darauf dann Tchibo, die Sparkasse und Gerstaecker:

Wir haben also Geld, Kaffee, Möbel und Pinsel/Farbe – fehlen eigentlich nur noch Bier und Bratwürste für den spontanen Umzug 😀

Warum tut man das?

Der Vorteil liegt auf der Hand: Reichweite. Während die langweilige Werbung immer mehr an Aufmerksamkeit und damit an Wirksamkeit einbüßt erfreuen sich Menschen an solchen (noch) ungewöhnlichen Dialogen zwischen Marken. Die Marken erhalten menschliche Züge, wirken sympathischer und können ganz nebenbei den Fans der anderen Marken ihre Produkte/Leistungen anbieten. Die Reichweite explodiert dann nicht selten durch Blogs und Social Media Nutzer die auf diese Dialoge hinweisen – ein Gewinn für alle. Da es aber mittlerweile auch schon wieder in ein höher-weiter-schneller ausartet wird sich diese Social Media Spielweise in naher Zukunft wieder abgenutzt haben, es wird normal und damit langweilig.

Chance für die Kleinen

Ganz besonders interessant sind solche Spielchen natürlich für die kleinen Marken. Wer weder das ganz große Budget noch die großen Fanzahlen vorweisen kann, der hat hier seine Chance auf richtig große Reichweiten. Dafür muss natürlich das Netz nach solchen Dialogen gescannt werden und dann braucht es noch die zündende Idee, mit der man auch sicher wahrgenommen wird. Gleichzeitig sollte man aber auch darauf achten nicht über die Stränge zu schlagen, was natürlich je nach Marke und Produkt unterschiedlich ausgelegt werden kann. Alles für die Reichweite ist hier aber sicherlich kein guter Ratgeber.

Negativbeispiele

Während der Umgang in oben genannten Beispiel freundlich und respektvoll ist geht es eben auch mal schnell unter die Gürtellinie:

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Mag jetzt noch witzig erscheinen, wenn sie die Markenaccounts dann aber wie 8. Klässler auf dem Schulhof benehmen werden sowohl Marken als auch Zuschauer schnell das Spielfeld verlassen. Am Ende muss jedem Social Media Redakteur immer bewußt sein wofür sein Arbeitgeber eigentlich steht, stehen will. Passt so ein Ton zu meiner Marke? Wie weit kann ich solche Spielchen treiben?

Aber gut, ich möchte das witzige Treiben ja nicht unterbinden, erheitert es den Alltag doch immer wieder.