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Kreatives Denken: Grundlage für Innovation

14787439 1206374556091116 544899209 o 605x404 Kreatives Denken: Grundlage für InnovationNicht wenige Mitarbeiter aus Entwicklungs- und Designabteilungen von Unternehmen haben Folgendes in der einen oder anderen Form schon einmal erlebt: Während eines Referates über Innovationsmanagement werden Beispiele aufgeführt, die sich auf die eigene Problematik bezüglich Innovationen nicht übertragen lassen. Es werden am Markt erfolgreiche Produkte und die dahinter stehenden Firmen als Beispiele aufgezeigt, doch wie kam es zur Entstehung des Produktes? Während das Augenmerk auf das Endprodukt gerichtet ist, wird dem Entstehungsprozess, der kreativen Phase, kaum Beachtung geschenkt. Dabei ist die Kreativität der Schlüssel zum Erfolg.

Kreativ sein – Das kann erlernt werden!

Viele Menschen besitzen eine gewisse Scheu vor ihrer eigenen Kreativität, meist aus Angst darüber, sich mit neuen Ideen lächerlich zu machen. Darum wird das kreative Potenzial gerne den Berufen zugeschoben, für die Kreativität ein Bestandteil ihres Arbeitsalltags ist, so etwa Grafikern, Designern oder Künstlern. Doch kreatives Denken ist erlernbar und praktisch in jedem Beruf ein nützliches Werkzeug. Dafür gibt es zum Beispiel auch spezielle Kreativitätsseminare, in denen gezeigt wird, wie kreative Prozesse funktionieren und wie sich diese im eigenen Umfeld einsetzen lassen.

Natürlich sind die häufig angewandten Kreativitätstechniken wie Mind Mapping oder Brainstorming einem größeren Kreis zumindest dem Namen nach bekannt. Es gibt aber ebenso eine Reihe weniger bekannter Methoden, welche teilweise sogar effektiver sind und bessere Ergebnisse zeigen.
Nachfolgend daher drei Kreativitätsmethoden, die vielseitig einsetzbar sind und sich hervorragend für innovative Prozesse eignen.

Brainwriting statt Brainstorming

In der Kreativitätstechnik Brainwriting kommt es im Gegensatz zum Brainstorming nicht zur offenen Diskussion. Jedem Teilnehmer werden zu Anfang drei leere Blätter ausgehändigt. Die Teilnehmer müssen nun auf jedes Blatt am oberen Rand eine Idee schreiben. Danach werden die Blätter mit den Ideen an den Sitznachbarn weiter gereicht. Dieser ist nun aufgefordert, die Ideen seines Vorgängers einen Schritt weiter zu entwickeln und gibt anschließend die Blätter an seinen Nachbar weiter. Nach fünf Durchgängen dieser Art finden sich auf den Blättern jeweils 6 Ideen inklusive möglicher Entwicklungs- oder Verbesserungsvorschläge. Es ist leicht auszurechnen, wie viele Ideen auf diese Weise zustande kommen können. Brainwriting lässt sich zudem einfach und virtuell über das Intranet realisieren, sodass es zum fortlaufenden Innovationsprozess, auch ohne offizielles Meeting, wird.

Semantische Intuition – kreative Wortspiele

Für diese Kreativitätstechnik benötigt es vom Leiter des Meetings etwas Vorarbeit. Dabei geht es um völlig neue Produkt- oder auch Dienstleistungsideen, welche sich aus der semantischen Intuition entwickeln. Die Grundlage bilden 20 bis 30 Hauptwörter, die einem bestimmten Anwendungsgebiet, entsprechend der unternehmerischen Ausrichtung, entstammen. Nun werden 2 Wörter aus der Liste per Zufall ausgewählt und miteinander kombiniert, beispielsweise Haus-Rohr oder Rohr-Haus. Nun beginnt der kreative Prozess, indem rund um dieses Kunstwort eine Produktidee aufgebaut wird. Wie könnte ein solches Produkt aussehen, welchen Nutzen bringt es dem Kunden, welche Zielgruppe soll damit erreicht werden oder wo würde das Produkt seinen Einsatz finden? Aus dem Bedürfnis heraus, ein marktgerechtes Produkt zu formen, wird aus dem zufälligen Kunstwort zuerst eine Idee, die sich im Laufe des Kreativitätsprozesses in ein planbares und umsetzbares Projekt verwandelt. Bei dieser Technik ist der Fantasie freien Lauf zu lassen und dies sollte den Teilnehmern in einer Einführung auch erklärt werden.

Die Osborn Checkliste – besser durch Verbesserung

Lediglich wenige Ideen auf dieser Welt besitzen eine 100-%-Originalität. Mindestens 90 % aller Ideen basieren auf bereits bestehenden Produkten oder Dienstleistungen. Ideen sind also oftmals „nur“ Verbesserungen. Allerdings wäre die Menschheit ohne diese Verbesserungen im wahrsten Sinne des Wortes arm dran. Alex F. Osborn, der als Erfinder des Brainstormings gilt, erkannte dies schon früh und entwickelte dazu die Osborn-Checkliste, die sich für kreative Prozesse zur Verbesserung von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen einsetzen lässt.
Im Grunde wird bei dieser Kreativitätstechnik das zu verbessernde Objekt zuerst einmal völlig infrage gestellt. Was kann alles daran verändert werden?

• Kann es größer, schwerer, dicker, länger gemacht werden?
• Kann es verkleinert werden, Teile weggelassen, kann es niedriger, kürzer oder flacher gemacht werden?
• Kann die Form verändert werden oder der Geruch, die Farbe, das Material?
• Besteht die Möglichkeit, den Zweck des Objektes zu ändern?
• Lässt sich der Zweck des Objektes umdrehen?
• Lassen sich die einzelnen Bestandteile neu gruppieren?
• Sind Kombinationen mit anderen Objekten möglich?
• Vielleicht ist die Ausrichtung auf eine neue Zielgruppe möglich?

Mit der Osborne-Checkliste lässt es sich sehr gut in der Gruppe, aber auch alleine arbeiten und sie benötigt keinerlei Vorbereitung, außer der Liste und das zur Verbesserung gewählte Objekt.

 

Bildmaterial: © Denkmotor GmbH